Türkischer Immobilienmarkt: Hausverkäufe steigen 2013 um ganze 65 Prozent

Im Jahr 2013 wurden in der Türkei 1,3 Millionen Immobilien verkauft. Das entspricht einem Anstieg um ganze 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 701.621 Häuser ihren Besitzer wechselten. Der türkische Immobilien-Hotspot bleibt nach wie vor Istanbul.

Im Jahr 2013 kam der türkische Immobilienmarkt ordentlich in Schwung. Geschuldet ist der rasante Anstieg der Immobilienverkäufe im wesentlichen vier Faktoren. Die günstigen Bedingungen locken auch mehr Ausländer ins Land.

Der Umsatzsprung des Jahres 2013 ist vor allem auf die geringeren Hypotheken-Kosten, sinkende Zinsen sowie einem Anstieg des Wohnungsbestands vorangetrieben durch die türkische Wohnungsbaubehörde TOKİ zurück zu führen. Eine Rolle gespielt haben zudem urbane Transformationsprojekte in einer Reihe von Ballungs-Gemeinden, die ebenfalls zu einer höheren Verfügbarkeit von neuen Wohnungen führten.

Dreh- und Angelpunkt ist wenig überraschend die Bosporus-Metropole Istanbul. Hier wurden mit 234.789 Verkäufen ganze 20,3 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2013 gemacht. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman. Nach Angaben des türkischen Statistik Instituts (TurkStat) war Ankara der schillernden Mega-City mit immerhin 137.773 Verkäufen, die einem Anteil von 11,9 Prozent entsprechen, dicht auf den Fersen. An dritter Stelle findet sich İzmir mit 72.421 Immobiliengeschäften, die einem Anteil von 6,3 Prozent gleichkommen. Die Provinz mit den wenigsten Häuserverkäufen war Hakkari mit 138 Veräußerungen.

Auch Anfang des Jahres 2014 scheint sich der Trend fortzusetzen. Allein im Januar seien demnach bereits 87.639 Immobilien verkauft worden. Das entspricht einem konstanten Wert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach wie vor liegt Istanbul mit 17.489 bzw. 20 Prozent der Geschäfte ganz vorne. Auf Ankara und İzmir entfielen erneut 11,6 und 6,1 Prozent. Hakkari fand sich abermals am Ende der Liste mit nur drei Verkäufen. Bereits seit zwei Jahren wird der Markt jedoch skeptisch beobachtet. Es wird befürchtet, dass die Immobilienblase auch hier bald platzen könnte (mehr hier).

Erstmals hat TurkStat im Januar dieses Jahres zwischen Erst- und Zweitverkäufen unterschieden. Als erster Verkauf wird jene Immobilie betrachtet, wenn dieser zum ersten Mal seit seinem Bau erfolgt, während ein Second-Hand-Verkauf nicht direkt vom Bauträger oder Bauunternehmer vorgenommen wird. Im Monat Januar hielten sich die beiden Varianten die Waage. 40.155 bzw. 45,8 Prozent aller Hausverkäufe in der Türkei waren Erstverkäufe, 47.484 der Immobilien hatten bereits Vorbesitzer. Der Korruptionsskandal hatte sich Anfang Januar auch auf die Bauwirtschaft ausgeweitet (mehr hier).

Einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte in diesem Januar bei den Hausverkäufen an Ausländer verzeichnet werden. In diesem Monat wurden 1.207 Häuser an Nicht-Türken verkauft. Insgesamt waren es 2013 12.181 Immobilien. Ganz vorne lag im Januar 2014 die Provinz Antalya mit 464 Verkäufen. Antalay folgt İstanbul mit 243 Hausverkäufen, Sakarya mit 119, Muğla mit 75 und Aydın mit 70. Geschuldet ist diese Entwicklung nicht zuletzt einer deutlich ausgeweiteten Mindestaufenthaltsgenehmigung für Ausländer auf ein Jahr (mehr hier). Zuvor schreckte die vermeintlich zu restriktive Gesetzgebung vor allem Kunden aus dem arabischen Raum ab (mehr hier).

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