Kampf zwischen Christen und Muslimen: Ban Ki-moon bittet Türkei um Hilfe in Zentralafrika

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan in einem Telefongespräch dazu aufgefordert, eine aktive Rolle in der militärischen Mission in Zentralafrika zu übernehmen. Auch die EU war bereits an die Türkei herangetreten. Eine Entscheidung ist bislang aber noch nicht gefallen.

Bereits am späten Montagabend hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mit dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan zur Situation in Zentralafrika telefoniert. Während des Gesprächs machte der Premier allerdings deutlich, dass sich die Türkei nach wie vor in einem Bewertungsprozess über einen Einsatz befinde.

In dem Telefonat habe Ki-moon die Türkei aufgefordert, Teil der Militärmission der Europäischen Union in Zentralafrika zu sein. Zusichern konnte Erdoğan bereits Unterstützung für die afrikanische Bevölkerung. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Erst in der vergangenen Woche appellierte Ban Ki-moon vor dem UN-Sicherheitsrat in New York an die internationale Gemeinschaft, weitere 3.000 Soldaten und Polizisten nach Zentralafrika zu entsenden, um einer Eskalation der religiösen Gewalt Herr zu werden. Es handele sich dabei um eine Übergangsmaßnahme, bis ein Blauhelmkontingent entsandt werden könne.

Sicherheitsbedürfnis geht über die geplanten Kapazitäten

Bislang sind dort 6000 afrikanische, 2000 französische und bis zu 1000 weitere europäische Soldaten im Einsatz bzw. sollen in absehbarer Zeit eingebracht werden. Dem UN-Generalsekretär zufolge gingen die Sicherheitsbedürfnisse allerdings weit über die Kapazitäten der bisher entsandten Truppen hinaus. Derzeit drohten zudem massive Flüchtlingsbewegungen das Land in einen muslimischen Norden und einen christlichen Süden zu spalten.

Die EU hatte die Türkei bereits gebeten, Truppen in die Zentralafrikanische Republik als Teil eines EU-weiten Einsatzes zu implementieren. Erstmals an die Türkei heran trat die EU am 13. Februar in Brüssel bei einem Treffen unter der Leitung von Generalmajor Philippe Ponties, Befehlshaber der EU-Militäroperation in der Zentralafrikanischen Republik (EUFOR-CAR). Auch EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte sich Regierungskreisen zufolge Mitte Februar schriftlich gen Ankara gewandt. Ashton soll hier allerdings nicht explizit von einer Truppenentsendung gesprochen haben, sondern habe allgemein um einen Beitrag gebeten.

Frankreich verlängert Einsatz in Zentralafrika

Die Zentralafrikanische Republik befindet sich bereits seit März vergangenen Jahres in einer Spirale der Gewalt, seit Präsident Francois Bozize von einem Rebellenbündnis gestürzt wurde. Die französische Nationalversammlung hat just an diesem Dienstagabend mit großer Mehrheit parteiübergreifend einer Verlängerung des seit Dezember 2013 andauernden Militäreinsatzes zugestimmt. Die EU plant derzeit eine Militärmission mit 1000 Soldaten. Langfristig sollen die Vereinten Nationen jedoch mit gut 10.000 Blauhelm-Soldaten für Sicherheit sorgen.

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