Julia Timoschenko: Im März beginnt ihre Behandlung in Deutschland

Die in der vergangenen Woche freigekommene, ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wird sich ab kommenden März in Deutschland behandeln lassen. Während ihrer Haft hatten sich die Rückenprobleme der Politikern massiv verschlechtert.

Den Aufenthalt Julia Timoschenkos in der Bundesrepublik gab ihre Sprecherin Marina Soroka am Dienstag bekannt. Aufgenommen werden soll sie demnach in der renommierten Charité in Berlin. Zuvor werde sie allerdings noch an einem Gipfeltreffen der Europäischen Volkspartei in Dublin am 6. und 7. März teilnehmen.

Julia Timoschenko befand sich seit Mai 2013 unter Polizeiaufsicht in einem Krankenhaus in der ukrainischen Stadt Charkiw. Am Samstag verfügte das Parlament schließlich ihre sofortige Freilassung. Nur Stunden später präsentierte sie sich im Rollstuhl auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew.

Seit Ende Juni 2011 musste sich die damals 49-Jährige in einem Prozess wegen Amtsmissbrauchs verantworten. Zur Last gelegt wurde ihr, während ihrer Regierungszeit im Jahr 2009 für die Ukraine ungünstige Gas-Verträge mit Russland geschlossen zu haben, welche das Land Millionenbeträge in dreistelliger Höhe gekostet haben sollen. Für Timoschenko sind die Vorwürfe eine Erfindung des politischen Gegners. Als sie schließlich aus dem Gerichtssaal twitterte, steckte sie dieses in U-Haft (mehr hier). Im darauffolgenden Oktober wurde sie wegen Amtsmissbrauch zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt (mehr hier).

Verwandte und Anwälte von Timoschenko hatten im vergangenen Jahr wiederholt erklärt, dass sie unter derart starken Rückenschmerzen leide, dass sie nicht mehr in der Lage wäre, sich ohne Hilfe zu bewegen. Jetzt habe die Ex-Regierungschefin eine Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel angenommen. Schon während ihrer Haft war die Politikerin von Fachleuten aus der Charité behandelt worden. Timoschenko leidet an den Folgen eines Bandscheibenvorfalls.

EU und USA hatten sich für die Ex-Anführerin der demokratischen “Orangefarbenen Revolution” von 2004 in der Ukraine ins Zeug gelegt, da sie das Verfahren als politisch motiviert ansahen – ohne Erfolg. Die Freilassung von Timoschenko und ihre Behandlung in Europa waren schließlich auch EU-Voraussetzung für Kiew, um das Beitritts-und Freihandelsabkommen mit Brüssel zu unterzeichnen. Eine überraschende Ablehnung des Deals in letzter Minute löste landesweite Proteste aus, die sich zu einem gewalttätigen Anti-Regierungs-Aufstand entwickelten und zum Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und seine engen Verbündeten führten.

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