EU-Report: Wachstumsprognose für die Türkei zurückgeschraubt

Die Europäische Kommission hat ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum der Türkei für die Jahre 2014 und 2015 nach unten korrigiert. Als Gründe werden „innenpolitische Unsicherheit und die Möglichkeit einer weiteren Verkaufswelle türkischer Vermögenswerte“ angegeben.

In ihrem so genannten „Winter Forecast 2014“ attestiert die Europäische Kommission der Türkei für das Jahr 2013 zwar ein schnelleres Wachstum, als es zuvor erwartet worden war. Dennoch seien die Aussichten für die Wirtschaftstätigkeit in den kommenden zwei Jahren vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen getrübt.

Der Bericht prognostiziert, dass das Wirtschaftswachstum der Türkei in diesem Jahr 2,5 Prozent betragen werde. Dieser Wert liegt immerhin 0,5 Prozent hinter der ursprünglichen Erwartung. Für das Jahr 2015 rechnen die Verfasser mit einem Wachstum von drei Prozent. Auch hier werden die Erwartungen um satte 0,8 Prozent nach unten geschraubt.

Geldpolitik der Zentralbank dämmt Wachstum ein

„Angesichts der innenpolitischen Unsicherheit und der Möglichkeit einer weiteren Verkaufswelle türkischer Vermögenswerte im Rahmen einer Normalisierung der Geldpolitik in den Industrieländern, wurde die Wachstumsprognose nach unten korrigiert“, heißt es im Bericht.

Der Druck der durch die politische Krise im Land sowie durch die US-Notenbank (mehr hier) auf die Türkische Lira und die Finanzmärkte entstanden sei, habe die Zentralbank zu einer „kühneren Geldpolitik“ gezwungen, die das Wachstum voraussichtlich stark eindämmen werde.

Kunden kaufen weniger, Unternehmen investieren weniger

Der Bericht wies auch auf den erwarteten Rückgang bei den Verbraucherausgaben und Investitionen der Unternehmen hin. Beides sei demnach den höheren Zinsen geschuldet. Auswirkungen auf die Konsumausgaben würden außerdem „jüngste Maßnahmen auf Makroebene, um die Kreditaufnahme der Haushalte zu senken, einige indirekte Steuererhöhungen, ein negativer Vermögenseffekt und sinkendes Vertrauen“ haben (mehr hier).

Im Hinblick auf die Investitionen des Privatsektors würden höhere Zinsen zu „höheren Refinanzierungskosten aufgrund der Korrekturen am Aktienmarkt und zu einer Verschlechterung der Bilanzen für Unternehmen mit Schulden in Devisen“ führen.

Die Kommission prognostiziert außerdem, dass die jährliche Inflationsrate im Jahr 2014 auf 8,7 Prozent klettern werde.

Hier geht es zum gesamten Bericht.

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