„Die Unschuld der Muslime“: Umstrittenes Anti-Islam-Video muss entfernt werden

Ein US- Berufungsgericht hat am Mittwoch den Internetriesen Google dazu verpflichtet, dass das anti-islamische Schmähvideo „Die Unschuld der Muslime“ aus dem Internet zu entfernen. Der Film hatte vor zwei Jahren für Proteste in der gesamten islamischen Welt mit Dutzenden Toten gesorgt.

Sieg für Cindy Lee Garcia. Ein Berufungsgericht im US-Staat Kalifornien gab ihr am Mittwoch Recht. Der anti-islamische Schähfilm verstößt gegen das Urheberrecht der Schauspielerin. Google muss den Clip aus dem Netz entfernen. Die junge Frau hatte in den vergangenen zwei Jahren vergeblich versucht, entsprechende Ausschnitte mit ihr löschen zu lassen. Weder Google noch die Justiz reagierten bisher.

Mit einer 2:1-Abstimmung wurde nun Googles Einwand abgelehnt, dass eine Entfernung des Films, der den Propheten Mohammed als Gewalttäter, Frauenheld, Homosexueller und Kinderschänder dargestellt, gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung verstieße. Die Klägerin Cindy Lee Garcia hatte stets geltend gemacht, dass sie vom Machern des Films, Mark Basseley Youssef, hereingelegt worden sei. Das berichtet NBC News.

Garcia hatte aufgrund ihrer Mitwirkung auch Morddrohungen erhalten. Für das Gericht war die Furcht umd das eigene Leben nun ausschlaggebend. Richter Alex Kozinski sah es in seiner Urteilsbegründung als erwiesen an, dass die Schauspielerin „irreparablen Schaden“ erleiden könnte, wenn der Film weiter im Internet bleibe, so CNN.

Google will Urteil nicht einfach hinnehmen

Ihre Anwälte zeigen sich erfreut über das Urteil: „YouTube und Google anzuweisen, den Film aus dem Netz zu nehmen, ist absolut das Richtige. Die Propaganda-Film unterscheidet sich radikal von allem, was Frau Garcia hätte vorstellen können, als der Regisseur ihr erklärte, dass sie für einen Abenteuerfilm ausgesucht worden sei.“ Noch scheint das Ganze für Garcia jedoch nicht völlig ausgestanden. In einer Erklärung teilte Google mit: „Wir gehen mit dieser Entscheidung in keinster Weise überein und werden dagegen vorgehen.“

Die teils schweren Auseinandersetzungen mit mehr als 50 Toten in der islamischem Welt (mehr hier) um den US-amerikanischen Amateurstreifen hatten auch in der Türkei für Proteste gesorgt. Bereits im September 2012 hatte darauf hin ein Gericht in Ankara entschieden, den anti-islamischem Schmäh-Film „Die Unschuld der Muslime“ zu blockieren. Zuvor hatte die Chef-Staatsanwaltschaft in Ankara ein entsprechendes Gesuch beim 13. Strafgerichtshof eingereicht. Darin wurde deutlich gemacht, dass das Machwerk „Die Unschuld der Muslime“ ihrer Ansicht nach nicht durch das Gebot der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Das zuständige Gericht gab schließlich den Auftrag, den Zugang zum Film zu unterbinden. Da es sich hierbei ganz klar um eine Bedrohung für Frieden und Stabilität handeln würde (mehr hier).

Ernst wurde die Lage damals auch in Deutschland. Während die Demonstrationen gegen das Machwerk zumeist friedlich verliefen, riefen Fundamentalisten im Internet zum Mord an Politikern, Pro NRW-Mitgliedern und allen, die den Film nicht verbieten wollen, auf (mehr hier).

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