Milliardenschweres Drohnenprojekt: Russland rüstet über den Wolken auf

50 Milliarden US-Dollar hat Russland in seine Olympischen Winterspiele in Sotschi gesteckt. Jetzt will das Land erneut investieren. Diesmal geht es allerdings um ein neun Milliarden teures Drohnenprojekt, das mit dieser Summe bis ins Jahr 2020 finanziert werden soll. Zwar besitzt Russland schon jetzt eine der größten Flotten weltweit. Technologisch hinkt das Land jedoch hinterher.

Bereits am vergangenen Freitag erklärte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, dass mit den neuen Drohnen die Aufklärungs- und Kommunikationsfähigkeiten des russischen Militärs gesteigert werden sollten. Darüber, wie viele der unbemannten Flugkörper Russland erwerben wolle, schwieg er sich jedoch aus.

Russland betreibt derzeit 43 Arten von Drohnen. Das Land verfügt über eine Flotte von rund 500 Stück und besitzt damit eine der größten Militärflotten der Welt. Für Präsident Wladimir Putin sind sie elementarer Bestandteil der modernen Luftfahrt. Seines Erachtens sei es für Russland wichtig, hier breit aufgestellt zu sein, einschließlich im Aufklärungs- und Kampfhandwerk, so die International Business Times.

Angekündigt hatte er ein entsprechendes Drohnenprogramm bereits 2012. Generaloberst Wladimir Schamanow, Chef der russischen Luftlandetruppen, teilte im Mai 2013 darauf hin mit, dass das Oberkommando der Luftlandetruppen Russlands in drei bis fünf Jahren Drohnen-Einheiten in allen Luftsturmkompanien haben wolle.

„Bis 2020 sind für den Erwerb und die Entwicklung von Luftwaffentechnik rund 4,5 Billionen Rubel eingeplant. Davon entfallen allein 14 Prozent auf Drohnen“, so auch die AG Friedensforschung. Im weltweiten Vergleich seien Russlands Drohnen-Ausgaben extrem hoch. 2013 habe die Firma Teal Group prognostiziert, dass der globale Drohnenmarkt in den kommenden zehn Jahren auf 89 Milliarden Dollar anwachsen werde. „Rund zehn Prozent entfallen davon auf Russlands Ausgaben.“

Im Augenblick wird davon ausgegangen, dass Russland die in den Vereinigten Arabischen Emiraten gebauten Yabhon United 40 testen werde. Daneben existieren Deals mit anderen ausländischen Lieferanten. So lieferte etwa Israel Aerospace zwölf UAVs im Wert von 400 Millionen US-Dollar nach der Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens im Jahr 2009.

Insgesamt gilt der russische Bestand als veraltet. „Einer Quelle im Verteidigungsministerium zufolge sind in den vergangenen Jahren zwar Fortschritte zu erkennen, bis zur Serienproduktion von Drohnen nach US-Vorbild vergehen aber noch drei bis fünf Jahre“, so die AG Friedensforschung weiter.

Mehr zum Thema:

Deutsche Steuergelder: Bundesregierung kauft US-Drohnen
Töten ohne Gerichtsverfahren: Geht die US-Regierung jetzt zu weit?
Wettrüsten im Nahen Osten: Türkei kauft US-Militärgerät

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.