EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei: Jetzt muss das Thema Energie angegangen werden

Unabhängig voneinander haben sich sowohl der türkische Energieminister als auch der britische Europaminister für die Öffnung von neuen Beitrittskapiteln ausgesprochen. Im Fokus sollte ihres Erachtens nun das Thema Energie stehen. Immerhin ist der Energietransport über die Türkei auch für den Staatenblock nicht unwichtig.

Energietransportprojekte, die durch die Türkei laufen, sind von entscheidender Bedeutung für die europäische Energiesicherheit. Entsprechend sollte sich die EU mit der Öffnung entsprechender Energiekapitel mit der Türkei beeilen. Darin sind sich der türkische Energieminister Taner Yıldız und der britische Europaminister David Lidington einig.

Während seines Türkeibesuches sicherte Lidington der Türkei vollste britische Unterstützung bei der Öffnung des Energiekapitels im Rahmen der Beitrittsverhandlungen zu. Seines Erachtens sei es nicht möglich, über Energie in Europa zu sprechen, ohne dabei die Türkei zu erwähnen.

Verbesserung der britisch-türkischen Energie-Zusammenarbeit

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu wies er darauf hin, dass eine Öffnung des entsprechenden Kapitels bereits seit 2004 von Griechisch-Zypern blockiert werde. Diese Blockaden sollten so schnell wie möglich aufgelöst und der Weg für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei geebnet werden. Im Rahmen seiner Rede vor einem Energie-Forum in Ankara, organisiert von der Stiftung für wirtschaftspolitische Forschung in der Türkei (TEPAV) sowie der British Petroleum (BP), stellte Lidington außerdem heraus, wie wichtig eine Energiezusammenarbeit mit der Türkei auch für die britischen Bestrebungen wäre, die eigene Energieversorgung zu diversifizieren. „ Positive Entwicklungen in der Energiezusammenarbeit zwischen Großbritannien und der Türkei, können der Türkei bei der Öffnung des Energiekapitels ebenso helfen wie bei der Erreichung der EU-Mitgliedschaft“, so der britische EU-Minister.

Gleicher Ansicht zeigte sich der türkische Energieminister Taner Yıldız. Seines Erachtens spiele die Türkei eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Diversifizierung der Energieversorgung innerhalb der EU. Die Blockade des Energiekapitels wertete er als politischer Natur, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Bisher habe die Türkei alles getan, was auf diesem Gebiet nötig sei und werde das auch weiterhin.

TANAP soll vorangebracht werden

Yıldız und Lidington, die im Rahmen des Energieforums auch persönlich zusammen gekommen waren, unterstrichen darüber hinaus die Bedeutung von Energietransportprojekten wie TANAP (mehr hier), die irakisches und aserbaidschanisches Gas über die Türkei nach Europa befördern sollen. So tauschten sich die beiden Politiker auch darüber aus, wie das 45 Milliarden-Dollar-Projekt beschleunigt werden könnte. Bis spätestens 2018 soll die Transanatolische Pipeline eigentlich fertiggestellt sein. Beteiligt hieran ist auch das britische Öl- und Gasunternehmen BP.

Großbritannien ist von Beginn an ein starker Befürworter eines türkischen EU-Beitritts. Dies unterstrich Lidington während seiner Zusammenkunft mit Egemen Bağış‘ Nachfolger, EU-Minister Mevlüt Çavuşoğlu, erneut.

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