Luftabwehrsystem aus China: Türkei will Deal bis April besiegeln

Bis zum kommenden April will die türkische Regierung die Gespräche mit China über den Kauf von Langstrecken-Raketenabwehrsystemen abschließen. Der Schritt wird von der NATO kritisch beäugt. Der Auftrag soll an eine Firma gehen, die seit Februar 2013 unter US-Sanktionen steht.

Bereits im September 2013 gab die Türkei bekannt, dass man sich für Chinas FD-2000-Raketenabwehrsystem entschieden habe. Damit waren die französisch-italienischen Eurosam SAMP/T sowie die US-amerikanische Raytheon Company aus dem Rennen. Offenbar bot China die günstigsten Konditionen und würde Co-Produktion in der Türkei ermöglichen. Wie genau das Ganze nun aussehen soll, das hofft die Türkei bis diesen April ausgehandelt zu haben. Das erklärte jetzt der türkische Staatssekretär für staatliche Verteidigungsindustrie, Murad Bayar.

Sowohl US- als auch NATO-Offizielle hatten ihre Bedenken hinsichtlich eines möglichen Deals mit dem chinesischen Rüstungskonzern „China National Precision Machinery Import and Export Corporation“ (CPMIEC) geäußert (mehr hier). Die Firma steht seit Februar 2013 unter US-Sanktionen, weil sie  an den Iran, Syrien und Nordkorea geliefert hatte (mehr hier). „Unsere Gespräche mit China sind im Gange. Wir haben die Ausschreibung bis Ende April verlängert“, so Bayar. Erste Ergebnisse erhoffe man sich bereits bis Anfang April.

Erste F-35-Bestellungen bereits 2015

Darüber hinaus wolle die Türkei wahrscheinlich F-35-Kampfjets, die ab 2015 von Lockheed Martin Corp gebaut würden, ordern. Anfangs sollen zunächst zwei Stück geordert werden, so die türkische Zeitung Hürriyet. „Wir werden die F-35 Bestellungen entweder in diesem Jahr oder das nächste starten. Im Augenblick sieht es nach dem nächsten Jahr aus“, so Bayar weiter. Je nach Auftrag werde die Lieferung bis 2017 oder 2018 dauern.

Die Türkei hatte bereits angekündigt, 100 F-35-Jets für insgesamt 16 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Die Lieferung der Flugzeuge soll Bayar zufolge binnen zehn Jahren abgeschlossen werden. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass das Pentagon beschlossen hat, 2015 bei Lockheed Martin nur 34 Maschinen der fünften Generation – F-35-Jäger – zu bestellen. Das seien acht Flugzeuge weniger als vorher geplant, so die Stimme Russlands. Begründet wird die Entscheidung mit Finanzengpässen.

Mit einer geplanten Gesamtanzahl von über 3000 Maschinen stellt die F-35 derzeit das wohl teuerste und umfangreichste Rüstungsprogramm weltweit dar. Die F-35 soll in den kommenden Jahrzehnten das primäre Kampfflugzeug der US-Streitkräfte und mehrerer NATO-Partner sowie enger Verbündeter darstellen.

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