Notlandung im Iran: Turkish Airlines-Maschine muss in Teheran zwischenstoppen

Eigentlich waren sie auf dem Weg gen Indien. Doch weil es einem Passagier an Bord einer Turkish Airlines Maschine nicht gut ging, musste das Flugzeug stattdessen in Teheran notlanden. Zwei Stunden lang saßen die Fluggäste darauf hin im Iran fest. Besonders brisant: Auch 20 Israelis waren an Bord.

Eine außerplanmäßige Landung einer türkischen Passagiermaschine sorgte am Montag für Aufregung unter den Gästen. Ursprünglich war das Flugzeug von Turkish Airlines von Istanbul auf dem Weg nach Indien. Doch weil es einem Passagier nicht gut ging, kehrte die Maschine kurzerhand um und steuerte Teheran an.

Eigentlich seien es bis zum indischen Zielflughafen im Mumbai nur noch zwei Stunden gewesen. Doch die Besatzung habe sich aufgrund der Situation dazu entschieden, Iran anzufliegen, so die Times of Israel. Der insgesamt zweistündige Zwischenstopp in der islamischen Republik sei reibungslos verlaufen. Ebenso wie der Check durch iranisches Bodenpersonal.

Nach der Notlandung seien Wartungsarbeiter und ein Sanitäter an Bord gekommen. Nach einigen Checks hätten sie das Flugzeug wieder verlassen. Passkontrollen seien nicht vorgenommen worden. Dem Nachrichtenportal Globes zufolge habe einer der Passagiere eine Herzattacke erlitten.

Besonders brisant gestaltete sich die Lage, weil sich an Bord der türkischen Maschine auch 20 israelische Fluggäste befanden. Flüge aus Israel überqueren den Iran normalerweise nicht. Doch viele Israelis, die nach Südasien oder den Fernen Osten unterwegs sind, entscheiden sich aus Kostengründen und wegen der kürzeren Flugzeiten über Istanbul, Taschkent oder Amman zu reisen. Damit laufen sie allerdings auch Gefahr, auf feindlichem Gebiet zu landen. Von Gesetzeswegen müssen die lokalen Behörden die israelischen Fluggäste jedoch behandeln, als wären sie Bürger des Landes, in dem die Maschine gestartet ist, so die Times of Israel weiter.

Bereits vor sechs Jahren kam es zu einem ähnlichen Zwischenfall. Ein Israeli aus Rehovot, der mit Turkish Airlines nach Mumbai unterwegs war, hatte ebenfalls einen unbeabsichtigten Zwischenstopp in Teheran. Grund war damals ein technischer Defekt. Auch er wurde vom iranischen Personal freundlich behandelt, so ynetnews.

Bis 1979 war das Verhältnis zwischen Israel und dem Iran freundlich. Doch seit der Revolution erkennt der Iran Israel nicht mehr als legitimen Staat an. Die Regierung wird von der Führung als „zionistisches Regime“ bezeichnet. Der Iran unterstützt radikale Terrorgruppen im bewaffneten Kampf gegen Israel.  Der Iran wird wiederum von der Gegenseite als „größte Bedrohung Israels“ betrachtet.

Erst an diesem Dienstag sagte der US-Außenminister John Kerry Israel in einer Rede vor der proisraelischen Lobby-Organisation AIPAC seinen Beistand im Atomstreit mit dem Iran zu. Eine Vereinbarung mit Teheran über dessen Atomprogramm (mehr hier) werde es nur unter bestimmten Bedinungen geben.

Die Einigung im Atomkonflikt hat jedoch auch Schattenseiten für die türkische Diplomatie. Die Chance auf eine Vormachtstellung im Nahen Osten schwindet. Jegliche Aufwertung des Irans durch die westlichen Mächte stärkt den Mullah-Staat gegenüber der Türkei (mehr hier).

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