US-Geostratege Brzeziński fordert: „Deutschland soll Ukraine aufbauen“

Zbigniew Brzeziński gilt in den USA als graue Eminenz unter den US-Geostrategen. Er fordert massive deutsche Aufbauhilfen für die Ukraine. Doch nicht nur Finanzhilfen seien wichtig, sondern auch Direktinvestitionen. Nur dann können Deutschland und die EU ernst genommen werden.

 

Deutschland habe eine Führungsrolle innerhalb der EU und müsse die Ukraine aufbauen.

Nicht nur großangelegte Finanzhilfen sollen geleistet werden, sondern auch massive Direktinvestitionen seien wichtig. Das ist jedenfalls die Ansicht des US-Globalstrategen Zbigniew Brzeziński.

Das ukrainische Parlament hat mit der EU bisher ein Kreditabkommen in Höhe von 610 Millionen Euro ratifiziert.

„Wenn die EU eine ernsthafte Rolle in der Welt spielen möchte, dann kann sie in der Ukraine damit anfangen“, sagt Brzeziński in einem Interview mit THE WORLD POST.

Der 85-Jährige gilt in den USA als Kreml-Gegner. Seine seit Jahrzehnten vorgeschlagene Eurasien-Strategie beruht auf der Destabilisierung der Grenzregionen Russlands. Dazu zählen der Kaukasus, die russisch-chinesische Grenzregion und die Ukraine.

In seinem Buch „Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ aus dem Jahr 1999 schreibt Brzeziński:

„Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angel-punkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten hineingezogen würde, die den Verlust ihrer erst kürzlich erlangten Eigenstaatlichkeit nicht hinnehmen und von den anderen islamischen Staaten im Süden Unterstützung erhalten würden.“

Der Stratfor-Chef George Friedman schreibt in seinem Buch „The Next 100 Years“ aus dem Jahr 2008 , dass Russland nicht zu einer globalen Macht erwachsen werde. Es werde eine Regionalmacht bleiben. Das werde zwangsläufig einen Zusammenstoß mit der EU nach sich ziehen.

Denn die russisch-europäische Grenze werde eine Linie der Verwerfungen darstellen. Doch die Europäer werden dem nicht gemeinsam entgegentreten können. Es gäbe keine Einheit. Die EU könne daran auch nichts ändern. Europa bestehe aus einer Reihe von souveränen und streitsüchtigen Nationalstaaten, so Friedman.

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