Testspiel gegen Schweden: Fatih Terim wirbt für neue Team-Mitglieder

Der türkische Nationaltrainer Fatih Terim hat vor dem morgigen Länderspiel gegen Schweden eine Pressekonferenz gegeben und sich zu aktuellen Themen sowie dem letzten Zustand der Mannschaft geäußert.

GazeteFutbol.de hat die wichtigsten Aussagen des türkischen Nationaltrainers zusammengefasst…

„Mehmet Topal werden wir wegen einer Blessur schonen!“

„Es ist schön wieder mit der Nationalmannschaft in der Hauptstadt zu sein. Hoffentlich werden unsere Fans morgen das Stadion in die Farben Rot und Weiß tauchen. Wir wollen ihnen einen schönen Abend bescheren“, sagte Terim zu Beginn der Pressekonferenz und teilte seine Freude über die Rückkehr mit der Nationalelf nach Ankara mit. Zu dem letzten Stand bezüglich der Mannschaft sagte der Nationaltrainer: „Ömer Toprak und Tolga Cigerci haben wir aufgrund ihrer Verletzungen, die sie sich den ihren Vereinen zugezogen haben, aus dem Kader genommen. Mehmet Topal laboriert derzeit an einer Blessur am Bein. Er wird das Abschlusstraining deshalb verpassen. Wir wollen nichts unnötig riskieren und werden ihn deshalb morgen auch nicht einsetzen. Darüber hinaus gibt es keine Beschwerden.“

„Jeder unserer Gruppengegner kann uns gefährlich werden!“

Hinsichtlich der Gruppengegner in der EM-Qualifikation sagte Terim: „Ohne jetzt auf jeden Gegner einzeln einzugehen, kann ich folgendes sagen: Wenn man selbst nicht gut spielt, kann einem jeder Gegner gefährlich werden. Auf diesem Niveau muss man einen gewissen Grad an Leistung bringen, denn jede Mannschaft verfolgt gewisse Ziele und gibt Vollgas. Unsere Gegner haben zugelegt. Wir dürfen keinen von ihnen unterschätzen. Taktisch und von der Spielphilosophie her, erwarte ich keine Probleme für uns. Doch wir müssen lernen gegen jeden Gegner mit der gleichen Motivation und Konzentration zu Werke zu gehen, weil jedes Tor und jeder Punkt sehr wichtig für uns sein wird. Das haben wir in der vergangenen Qualifikation schmerzhaft erfahren.“

„Meine Position bezüglich der Ausländerbeschränkung ist unverändert!“

Terim betonte auch, dass sich seine Ansichten hinsichtlich der Ausländerregelung nicht geändert haben, nachdem er die Nationalmannschaft übernommen hat. In der Vergangenheit hatte sich der 60-Jährige als Trainer von Galatasaray dafür ausgesprochen, dass die Ausländerbeschränkung aufgelockert werde. Diese Meinung vertrete er auch weiterhin. „Jede Regelung hat positive und negative Aspekte. Das gilt auch für die Ausländerregelung. Meine Position zu diesem Thema ist bekannt. Wichtig ist, dass der türkische Fußball in der Lage bleibt, sich mit der Konkurrenz zu messen“, betont Terim, der auch Vorteile für die türkischen Spieler selbst sieht, sofern mehr Ausländer spielen dürfen: „Es bringt die türkischen Spieler auch weiter, wenn sie sich in ihren Vereinen gegen die ausländischen Spieler durchsetzen müssen. Das steigert nur die Qualität. Konkurrenz ist wichtig. Eine Lockerung der Ausländerregelung wird den Konkurrenzkampf steigern. Das letzte Wort diesbezüglich hat aber die Verbandsführung und wir werden uns nach ihrer Entscheidung richten.“

„Wir müssen unseren Spielerpool vergrößern!“

Als ein wichtiges Ziel für die Zukunft bezeichnete Terim, in Zukunft mehr Spieler für die Nationalmannschaft auszubilden: „Wir spielen gegen einen ernsthaften Gegner wie Schweden und haben dennoch bewusst auch Spieler aus den unteren Ligen nominiert. Das ist eine Botschaft an alle Spieler. Wer an sich arbeitet und gut ist, wird von uns seine Chance bekommen. Ganz egal, wo er spielt. Für mich sind alle Ligen, selbst die Amateurligen, wichtig. Wir wollen in allen Bereichen zulegen und unseren Spielerpool vergrößern. Aus 76 Millionen Menschen in der Türkei müssen wir noch mehr gute Spieler hervorbringen. Wenn uns das nicht gelingt, müssen wir uns selbst hinterfragen. In Zukunft wollen wir deshalb mehr für die Erziehung der jungen Spieler tun und auch die Jugendtrainer besser ausbilden. Da haben wir Nachholbedarf.“

„Unsere Türen sind für jeden, der sich als Türke fühlt, offen!“

Auf die Frage, wie Terim darüber denke, dass beispielsweise der Angreifer Omar Niasse (Akhsar Belediyespor), der senegalesische Wurzeln hat, gerne für die Türkei auflaufen würde, antwortete der türkische Nationaltrainer: „Jeder Omar ist bei uns Ömer. Er ist Moslem und will gerne für uns spielen. Wenn ein Mensch sagt, dass er die Türkei liebt und deshalb gerne für dieses Land spielen möchte, dann gibt es aus meiner Sicht keinerlei Einwände dagegen. Mag sein, dass ein kleiner Teil hierzulande ein Problem damit hat. Doch bei unseren Gegnern stellt so etwas auch kein Problem dar. Sie haben etliche Spieler in ihren Reihen, deren Wurzeln in anderen Ländern liegen. Einst hat Aurelio für uns gespielt und eine Menge für uns geleistet. Wenn sich also Niasse als ein Türke fühlt, dann sollten wir ernsthaft darüber nachdenken. Ich bin seinem Wunsch gegenüber also positiv gestimmt.“

Terim geht auf das Beispiel Özil ein

In diesem Zusammenhang erwähnte Terim den deutschen Nationalspieler Mesut Özil, der sich für den DFB und gegen die türkische Auswahl entschied. „Jeder Spieler hat das Recht, sich auszusuchen, wo er spielen möchte. Das ist völlig legitim“, sagte Terim und fuhr fort: „Warum also sollten wir den Spielern mit türkischen Wurzeln hinterher trauern, die nicht für uns spielen wollen, aber gleichzeitig Spieler ablehnen, die trotz anderer Wurzeln gerne für uns spielen würden? Wir sollten genau diesen Spielern, die sich wünschen für uns zu spielen, mehr Wert beimessen.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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