Siegeszug türkischer Serien: „The End” soll jetzt auch in Deutschland laufen

Seit Jahren sind türkische TV-Serien vor allem im Nahen Osten ein echter Exportschlager. Nach Schweden kommen nun wohl auch Deutschland und Frankreich auf den Geschmack. Im Focus des Interesses soll das türkische Seriendrama „The End“ stehen. Im Skandinavischen feiert das Format bereits große Erfolge.

Interesse an „The End” sollen nun der deutsche Sender Sat.1 und die französische Produktionsfirma Shine France geäußert haben. Wie es laufen könnte, das wurde ihnen in Schweden schon vorgemacht. Die Einschaltquoten waren gut. Für Nachschub aus der Türkei ist ohnehin gesorgt.

In Deutschland will sich wohl die UFA dem Format „The End” annehmen und die türkische Serie fit für den ProSiebenSat.1-Kanal Sat.1 machen. In Frankreich stehe das Unternehmen Shine in den Startlöchern, das bereits jede Menge Erfahrung mit Remakes britischer und skandinavischer Hit-Serien sammeln konnte. Das berichtet das Fachmagazin c21media.net.

Innerhalb der Serie dreht sich alles um einen Mann, dessen Frau untröstlich über seinen Tod in Istanbul sitzt. Doch dann stellt sich heraus, dass er offenbar gar nicht an Bord des abgestürzten Flugzeugs gewesen ist. In der Folge muss sie ein Netz aus Lügen und Täuschungen entwirren, um ihren Mann zu finden.

Erst im Dezember wurde bekannt, dass sich der schwedische Sender SVT die Rechte an der türkischen Thriller-Produktion „20 Dakika“ bei Eccho Rights gesichert hat. Damit wurde die Produktion bereits zur zweiten türkischen Serie, die in Schweden zur Primetime ausgestrahlt wird. Ebenfalls 2013 hatte man sich nämlich ebenfalls die Rechte an „The End” gesichert. Fredrik af Malmborg von Eccho Rights verwunderte das neuerliche Interesse aus Schweden damals nicht:

„In diesem Jahr hat SVT den mutigen Schritt unternomen und als erster westlicher Sender mit ‘The End’ ein türkisches Drama ausgestrahlt. Der Start funktionierte sehr gut, mit guten Einschaltquoten und einer starken Rezeption in der Presse, so dass die Übernahme von ’20 Minutes’ der natürliche nächste Schritt ist.“

Seiner Ansicht nach sei „20 Dakika“ ein weiteres Beispiel dafür, wie gut türkische Formate sein können. Es gebe starke Charaktere, fesselnde Geschichten und großartige schauspielerische Leistungen.

Die Türkei gilt derzeit als so etwas wie der neue Hot Spot für internationale Sender, die auf der Suche nach spannenden Formaten sind. Die boomende türkische TV-Industrie hat sogar Hollywood auf sich aufmerksam machen können.  „The End” wurde ursprünglich von Ay Yapim produziert und mittlerweile in 35 Länder verkauft. Unter anderem haben sich die russischen World Studios die Rechte gesichert. 20th Century Fox Television und Sander Moses Productions sollen bereits für eine US-Adaption von „The End“ unterschrieben haben. Das berichtete Hollywoodreporter.

Für ständigen Nachschub ist übrigens gesorgt: 80 bis 90 türkische Serien werden jährlich produziert. Die Quoten entscheiden letztlich, ob eine Serie nach ein paar Folgen fortgesetzt wird. Der Wettbewerb ist groß. Daher schaffen es ungefähr 50 Prozent dieser Formate nicht über die ersten Folgen hinaus. Allein in diesem Jahr sollen Serien im Wert von 100 Millionen Dollar exportiert werden, so The International. Zum Vergleich: 2007 betrug das Volumen gerade einmal eine Million Dollar (mehr hier).

Eccho Rights ist der Distributionszweig der Sparks Eccho Group. Erst im Oktober wurde ein neues Büro in Istanbul eröffnet, um sich auf den wachsenden türkischen Drama Markt zu konzentrieren.

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