Blockade gegen ukrainische Marine: Russland versenkt eigenes Schiff

Ein ausgemustertes Kriegsschiff war am Donnerstag vielleicht das erste Opfer des russischen Einfalls in der Krim. Ein Akt der Gewalt war es aber kaum, noch viel weniger Krieg : Die russische Marine versenkte eines seiner eigenen, ausrangierten Schiffe, um sich der ukrainischen Flotte in den Weg zu stellen.

Am Donnerstag hat Russland ein eigenes Schiff versenkt, um die ukrainische Marine zu behindern. Die Aktion war die letzte in einer Reihe von Maßnahmen des russischen Militärs, um die Gegenseite zu schwächen.

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurde die Aktion durchgeführt, um ukrainischen Marine-Schiffen im nahe gelegenen Novoozerne den Zugang zum Schwarzen Meer zu versperren. Dem Ministerium zufolge habe ein russischer Frachter das ausgemusterte Kriegsschiff „Otschakow“ bereits am Mittwoch aus dem Schiffsfriedhof gezogen. Anschließend sei es im Donuzlav-See, der kanalartig ins Schwarze Meer führt, versenkt worden.

Die Aktion sei vom ukrainischen Militär beobachtet worden. Bis das russische Schiff geborgen werden könne, würde es einige Zeit dauern und immense Kosten anfallen. Das Meer sei dort neun bis elf Meter tief. Nach wie vor sei der obere Teil des Schiffes zu sehen.

Erst Anfang der Woche hatte Admiral Alexander Vitko, Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte, die ukrainische Basis besucht. Offenbar mit fragwürdigem Anliegen: „Er bat mich, alle Offiziere einzuladen und schlug vor, dass wir gemeinsam den russischen Treue-Eid des Militärs ablegen und Teil der Schwarzmeerflotte werden“, zitiert die Los Angeles Times den Kapitän und stellvertretenden Basiskommandant Viktor Shmiganovsky. „Er bestand darauf, dass wir das tun müssten, um die Ukraine vor extremistischen Banden zu schützen.“ Als das nicht geschahm habe Vitko die Basis anschließend wütend verlassen.

Bereits am Mittwoch sei die Bucht von zehn russischen Kriegsschiffen blockiert worden, so das Blatt weiter. Darunter soll auch der gewaltige Lenkraketenkreuzer „Moskwa“ gewesen sein. Nach Ansicht von Alexei Mazepa, Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums sei das völlig zu Unrecht geschehen. Zwar könne die Schwarzmeerflotte ins Meer fahren, aber man habe kein Recht, den ukrainischen Marine-Hafen auf diese Weise zu blockieren.

Russland hat den Hafen von Sewastopol und andere Basen in der Krim gepachtet, die als Sitz der Schwarzmeerflotte dienen. Russische Truppen haben mittlerweile eine ganze Reihe von strategischen Einrichtungen auf der Krim unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch ukrainische Militärbasen.

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