Erdgas-Lieferungen an die Türkei: Iran will Preise nicht senken

Die Türkei ist der wichtigste Markt für iranische Erdgas-Exporte. Doch Preissenkungen lehnt Teheran ab. Die werde es unter keinen Umständen geben.

Der Iran will in Bezug auf seine Erdgas-Lieferungen an die Türkei keine Preissenkungen vornehmen. Die staatliche National Iranian Gas Company (NIGC) sieht keinen Bedarf für Veränderungen.

Die Preise seien vertraglich festgesetzt und werden unter „keinen Umständen“ verändert, zitiert Energy & Capital den NIGC-Chef Hamid Reza Araqi. Seit 2001 importiert die Türkei jährlich zehn Milliarden Kubikmeter iranisches Erdgas. Doch der Anteil der Erdgas-Exporte in die Türkei könne im Rahmen von neuen Verträgen auch erhöht werden, so Araqi.

Im März 2012 hatte die Türkei eine Klage am Internationalen Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer (ICC) eingereicht. Auslöser der Klage waren überhöhte Erdgas-Preise, berichtet die Nachrichtenagentur des National Iranian Oil Company (NIIC), SHANA.

Eine Entscheidung werde gegen Ende des aktuellen Jahres fallen. Die Türkei zahlt für 1000 Kubikmeter iranisches Erdgas durchschnittlich 423 US-Dollar, berichtet der Türkische Verein für Elektrizität-Erzeuger.

Ankara ist der größte Abnehmer iranischer Erdgas-Lieferungen. Etwa 20 Prozent der türkischen Erdgas-Importe kommen aus dem Iran, schreibt der türkische Energie-Analyst Arif Keskin in einem Artikel.

Die Abhängigkeit der Türkei von Energie-Importen ist ausschlaggebend für das Handelsbilanz-Defizit des Landes. Im vergangenen Jahr gab die Türkei etwa 61 Milliarden US-Dollar für Energie-Importe aus (mehr hier). Das Handelsbilanz-Defizit betrug im vergangenen Jahr 65 Milliarden US-Dollar, berichtet die Zeitung Akşam.

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