Noch vor der Weltpremiere: Arabische Welt verbietet Hollywood-Blockbuster „Noah“

Kein guter Start für Russell Crowe und Anthony Hopkins. Die beiden Stars des neuen Hollywood-Blockbusters „Noah“ sehen sich schon vor der Weltpremiere des Streifens mit Widerstand aus der arabischen Welt konfrontiert. Gleich drei Staaten wollen die Bibel-Verfilmung aus religiösen Gründen nicht zeigen. Weitere werden höchstwahrscheinlich folgen.

Wie ein Vertreter von Paramount Pictures jetzt bekannt gab, wollen Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate den Hollywood-Streifen „Noah“ von Darren Aronofsky nicht in ihren Kinos zulassen. Gegen das 125 Millionen Dollar teure Werk mit Oscar-Gewinner Russell Crowe und Anthony Hopkins existiert sogar eine Fatwa.

Der Islam missbilligt Heiligenfiguren in der Kunst. Darstellungen des Propheten Mohammed in europäischen und nordamerikanischen Medien haben in den vergangenen zehn Jahren wiederholt zu tödlichen Protesten in islamischen Ländern geführt (mehr hier). Nun greifen einige Staaten schon vorher ein: „Die Zensur-Beauftragten in Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben in dieser Woche offiziell bestätigt, dass der Film nicht in ihren Ländern laufen wird“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet einen Sprecher von Paramount Pictures. Der Film, so die Argumentation, widerspräche den Lehren des Islam.

Das Studio stellt sich nun darauf ein, dass weitere Verbote aus anderen muslimischen Ländern wie etwa Ägypten, Jordanien und Kuwait kommen werden. Der Film feiert in den USA am 28. März Premiere.

Noah, der im Buch Genesis die Arche baute, die seine Familie und viele Tiere vor einer großen Flut rettete, wird von Judentum, Christentum und Islam gleichermaßen verehrt. Im Koran wird ihm ein ganzes Kapitel gewidmet.

Das Kairoer Institut Al-Azhar, die höchste Autorität des sunnitischen Islam und ein Hauptzentrum der islamischen Lehre seit über einem Jahrtausend, hat unterdessen bereits am 6. März eine Fatwa gegen den Film ausgesprochen. Das Argument: Mit der Darstellung würden die Gefühle der Gläubigen verletzt. Das Ganze sei ein klarer Verstoß gegen das islamische Recht.

Zuletzt schritt auch die Türkei ins Kinogeschehen ein. Aufgrund einer offenbar zu freizügigen Darstellung hat dort Lars von Triers jüngstes Werk „Nymph()maniac“ das Nachsehen. Für die zuständigen Behörden kam nicht einmal eine Freigabe ab 18 Jahren in Frage. In Deutschland können Zuschauer ab 16 Jahren den Film sehen (mehr hier).

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