Für besseren Speiseplan: Schweizer Häftlinge wollen zum Islam konvertieren

Um ihre Ernährungssituation im Gefängnis zu verbessern, geben einige Schweizer Häftlinge vor, sich dem islamischen Glauben zugewandt zu haben. Erreichen wollen sie damit eine Abänderung ihrer zu Haftantritt getroffenen Speiseplan-Wahl. So einfach, wie sie sich das vorstellen, ist das aber nicht.

Für mehr Rind- und Kalb und weniger Schweinefleisch auf dem Teller sind manche Schweizer Häftlinge offenbar bereit, einen anderen Glauben anzunehmen. Denn: Ohne trifftigen Grund kein ein einmal ausgewählter Menüplan in der Haftanstalt nicht geändert werden. Dass sie den Wechsel der Religion aber tatsächlich aus solchen Gründen durchziehen, wird bezweifelt.

Eigentlich ist die Situation in Schweizer Gefängnissen sinnvoll organisiert. Je nach Wunsch, kann der Häftling mit Antritt seiner Strafe aus einer Vielzahl von Möglichkeiten von vegan bis koscher wählen. Entpuppt sich diese Wahl allerdings als Fehlentscheidung, greifen einige zu unorthodoxen Methoden. „Wir haben immer wieder Christen, die sagen, sie wollten zum Islam konvertieren, weil Moslems Kalb- statt Schweinefleisch erhielten und ihnen das auch besser schmecke“, zitiert das Schweizer Magazin 20min.ch Ernst Scheiben, Leiter des Kantonalgefängnisses Frauenfeld.

Einfach durchgewunken würden Scheiben zufolge solche Wünsche allerdings nicht. „Ohne triftigen Grund“ werde das nicht gerne gesehen und deshalb genau hingesehen, was sich dahinter verbirgt und ob der Insasse künftig tatsächlich nach dem Islam leben wolle. Kategorisch ausgeschlossen ist ein Wechsel des Menüs, das außerhalb der Anstalt im Kantonsspital Frauenfeld zubereitet wird, aber nicht. So sei es durchaus möglich, etwa während der Haftzeit Vegetarier zu werden.

Bereits seit drei Jahren ist das Kantonalgefängnis mit derzeit 73 Häftlingen zu 100 Prozent ausgelastet. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Gefängnis im Durchschnitt zu 15 Prozent von so genannten Ausschaffungshäftlingen, also jenen Personen, die abgeschoben werden sollen, besetzt ist. Sie sind nicht aus strafrechtlichen, sondern aus ausländerrechtlichen Gründen eingesperrt, so das Blatt Ostschweiz am Sonntag.

Bekannt sind solche Versuche nicht nur aus Frauenfeld. So berichtet der ehemalige Direktor der Zürcher Anstalt Pöschwies, Ueli Graf, dem Magazin 20min.ch von ähnlichen Erlebnissen. Graf begründet solche Vorgehensweisen mit dem Versuch der Gefangenen eine Mangelsituation zu verbessern. Dass jemand in der Hoffnung auf besseres Essen vorgibt, eine neue Religion anzunehmen, ist für ihn „nicht dramatisch“. Dass ein Häftling so etwas am Ende aber tatsächlich durchzieht, glaubt er aber nicht.

Ähnlich wird das auch von der Schweizer Bevölkerung eingeschätzt. Die Aargauer Zeitung hat in einer Umfrage zum Thema danach gefragt, was sie von einer solchen Vorgehensweise halten. Bis zum frühen Montagabend gaben 79 Prozent an: „Ich würde niemals meine Religionszugehörigkeit ändern, nur um besseres Essen zu bekommen.“ Nur 21 Prozent sagten: „Das finde ich völlig in Ordnung.“

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