Nur noch Flüge aus Moskau: Krim macht ihren Luftraum dicht

Die Situation auf der Krim hat sich am Dienstag weiter zugespitzt. Das Regionalparlament hat nicht nur formell seine Unabhängigkeit von der Ukraine erklärt. Auf dem wichtigsten Flughafen der Halbinsel dürfen keine Maschinen aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew mehr landen, Flugzeuge aus Russland allerdings schon.

Fünf Tage bevor die Krim-Bewohner über die Zukunft ihrer Heimat zur Abstimmung gebeten werden, hat das Regionalparlament nun bereits Fakten geschaffen. Mit großer Mehrheit haben sich die Abgeordneten am Dienstag für eine Loslösung von der Ukraine ausgesprochen. Gleichzeitig wurde offenbar auch der Luftraum dicht gemacht. Flüge aus Kiew wurde die Landung verweigert.

Rechtliche Grundlage für einen Beitritt zu Russland

Eigentlich hätten die Krim-Bewohner erst am Sonntag darüber abstimmen sollen, ob sie auch in Zukunft bei der Ukraine verbleiben wollen. Jetzt haben die Abgeordneten jedoch während einer außerordentlichen Sitzung bereits eine „Unabhängigkeitserklärung der autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol“ angenommen. Das berichtet das Nachrichtenportal worldbulletin. Damit soll nun die rechtliche Grundlage für einen Beitritt zu Russland als unabhängiger Staat geschaffen werden. 78 der 81 anwesenden Abgeordneten sprachen sich für diese Vorgehensweise aus. 19 waren nicht zugegen.

Die Abgeordneten folgten in ihrem Vorgehen dem Vorbild des Kosovo. Dessen einseitige Abspaltung von Serbien am 17. Februar 2008 wurde vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag im Juli 2010 als rechtmäßig und mit dem internationalen Völkerrecht vereinbar anerkannt. Die an diesem Dienstag erklärte Unabhängigkeit soll demnach in Kraft treten, wenn sich die Bevölkerung am 16. März für den Beitritt zur Russischen Föderation aussprichen sollte. Die ukrainische Übergangsregierung in Kiew hat das geplante Referendum jedoch bereits für illegal erklärt. Auf ihrer Seite hat sie die EU und die USA.

Maschine aus Kiew: Pilot muss umkehren

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Krim nach dem 28. Februar nun offenbar erneut ihren Luftraum gesperrt hat. Nach Angaben des Nachrichtenportals hat der wichtigste Airport auf der Krim Flüge aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew gecancelt. So musste eine Maschine aus Kiew, die in Richtung Simferopol unterwegs war, wieder umkehren. Der Pilot habe den Passagieren darauf hin erklärt, die Krim-Behörden hätten den Luftraum für alle Linienflüge gesperrt. Gleiches soll auch für einen Flug aus Istanbul gelten. Auf der anderen Seite wurden jedoch einer Reihe von Flügen aus Moskau die Landung gewährt.

Bewaffneten pro-russische Gruppen haben den Flughafen in ihre Gewalt gebracht. Bisher gab es allerdings keine Störungen im Passagierverkehr.

Mehr zum Thema:

Ukraine-Referendum: Krim-Türken haben Angst vor Putins Herrschaft
Krise in der Ukraine: Türkischer Außenminister will Beziehungen zu Russland nicht gefährden
Türkischer Außenminister: Teilung der Ukraine könnte Flächenbrand auslösen

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.