Fürstliche Entlohnung: Ben Bernanke spricht für 300.000 Dollar in Istanbul

Der ehemalige Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, ist im kommenden September auf Türkei-Visite. In Istanbul soll er eine exklusive Rede halten. Sein Honorar: Satte 300.000 Dollar. So ungewöhnlich hoch, wie das Gehalt auf den ersten Blick erscheint, ist es allerdings nicht.

Ben Bernanke, der seinen Posten im vergangenen Monat an Janet Yellen abtrat, folgt einer Einladung zur FX-Weltkonferenz in Istanbul. Auf der vom 25. bis 28. September stattfindenden Konferenz soll der Ökonom eine Rede halten.

Organisiert wird die Konferenz von VIP Turizm, einer der größten türkischen Tourismus-Agenturen, und Meta-Türk, das Türkei-Büro der internationalen Finanz-Software-Unternehmens MetaQuotes. Unterstützt wird die Zusammenkunft außerdem vom Verband der Intermediäre am Kapitalmarkt der Türkei (TSPAKB).

Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, soll VIP Turizm-Inhaber Ceylan Pirinçcioğlu bereits in die USA gereist sein, um Details mit Bernanke und seinem Team zu besprechen. Für seine Rede vor so genannten „Platin-Teilnehmern“ soll Bernanke demnach fürstlich entlohnt werden. Als Honorar seien demnach 300.000 Dollar festgesetzt worden. Das Gesamtbudget der Konferenz, die auch eine Reihe von Teilnehmern aus den Nachbarländern anziehen wird, beträgt voraussichtlich rund eine Million Euro.

Derartige Honorar sind für Bernanke übrigens nicht neu. Für seinen ersten öffentlich Vortrag soll der 60-Jährige in Abu Dhabi am 4. März mindestens 250.000 Dollar erhalten haben. Redezeit: 40 Minuten, für die die Zuhörer insgesamt 2000 Dollar auf den Tisch legten. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2013 verdiente der Ökonom gerade einmal 199.700 Dollar.

Allein ist er mit solchen Gehältern allerdings nicht. Ex-US-Präsident Bill Clinton soll bei einigen Auftritten in den vergangenen Jahren leicht das Zwei- bis Dreifache dieser Summe eingestrichen haben. Auch Bernanke-Vorgänger Alan Greenspan 2verdiente nach seinem Weggang 2006 ordentlich. Ein Auftritt bei einem privaten Abendessen von Lehman Brothers soll 250.000 Dollar schwer gewesen sein. Ein privater Telechat mit Investoren in Japan am selben Tag soll ihm noch einmal 120.000 Dollar eingebracht haben. Mit ziehen kann hier auch der ehemalige US-Finanzminister Timothy Geithner, den drei Reden bei Finanzunternehmen ebenfalls 400.000 Dollar reicher machten.

Bernanke war von 2006 bis Anfang 2014 in der Nachfolge von Alan Greenspan Präsident des Federal Reserve Board. Im vergangenen Januar nahm er nach acht Jahren seinen Hut. Im Februar wurde sein Wechsel zum Wirtschafts- und Politik-Institut Brookings in Washington bekannt. Der einst mächtigste Notenbanker der Welt will sich dort als „Distinguished Fellow“ künftig wissenschaftlichen Studien widmen.

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