Korruptionsfall Reza Zarrab: Iran schickt Untersuchungskommission in die Türkei

Der Iran will offenbar eine juristische Delegation in die Türkei entsenden. Im Fokus des Interesses steht dabei das Auslandsvermögen des verhafteten iranischen Geschäftsmannes Babak Zanjani. Der iranische Öl-Tycoon soll Mittelsmann des ebenfalls verhafteten iranisch-aserbeidschanischen Geschäftsmannes Reza Zarrab gewesen sein.

Wie der iranische Parlamentarier Hossein Dehdashti bekannt gab, habe die iranische Justiz Teams auf insgesamt drei Länder abgestellt. Sowohl in Malaysia in Tadschikistan als auch in der Türkei soll gefahndet werden, um das Auslandsvermögen der iranischen Milliardärs Babak  Zanjani zu ermitteln.

Der Vorsitzende der Sorinet Group wurde am  31. Dezember 2013 wegen Korruptionsverdacht festgenommen. Er soll 1,9 Milliarden Dollar aus einem Ölgeschäft in seine eigenen Unternehmen geschleust haben. Türkische Medienberichte, wonach er in den Korruptionsskandal verwickelt sei, wurden von Zanjani vehement bestritten. Ihm wurde vorgeworfen, Mittelsmann des Mitte Dezembers verhafteten iranisch-aserbeidschanischen Geschäftsmann Reza Zarrab gewesen zu sein (mehr hier). Dieser hatte ihn nach seiner Verhaftung als seinen „Chef“ bezeichnet. Zanjani soll unter anderem auch der Drahtzieher des Goldtransfers zwischen der Türkei und dem Iran gewesen sein (mehr hier). Investitionen in die Türkei will er aber aufgrund seines Vertrauens in die Führung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan getätigt haben.

Zanjanis Vermögen soll sich auf gut 13,8 Milliarden Dollar belaufen, so das iranische Press TV. Neben seiner Firma in Iran besitzt der iranische Geschäftsmann zahlreiche ausländische Betriebe und Unternehmen im Finanz-, Banken -, Tourismus- , Infrastruktur -, Bau- , Immobilien- und Luftfahrtsektor in der Türkei, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, ind Tadschikistan, Malaysia und China.

Reza Zarrab war am 17. Dezember 2013 in der Türkei festgenommen und am 28. Februar dieses Jahres wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nun könnte Zarrab im Iran vorgeladen werden, wenn nachgewiesen werden könnte, dass seine angebliche Partnerschaft mit Zanjani der iranischen Regierung geschadet habe, so Parlamentsmitglied Mohammad Javad Kolivand zur türkischen Zeitung Hürriyet. „Unsere Finanz-und Rechtsexperten werden die Details der Partnerschaft zwischen Zanjani und Zarrab auf jeden Fall untersuchen. Die endgültige Entscheidung wird von der Justiz getroffen.“ Im Moment würden die iranischen Justiz-Kräfte versuchen, die Besonderheiten der Zanjani Fall zu entschlüsseln. Derzeit gelte es herauszufinden, werden, wie viel Zanjani der iranische Regierung verdankt und wie viel Schaden er der iranischen Wirtschaft zugefügt habe. Es gab in der Vergangenheit ernsthafte Untersuchungen über Korruption im Iran. Das Land habe sich jetzt sehr ernsthaft dazu entschlossen, sein Finanzsystem zu reformieren.

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