Arctic Sunrise: Greenpeace verklagt Russland vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte

Greenpeace will die Verhaftung ihrer 30 Arctic Sunrise-Aktivisten nicht auf sich beruhen lassen. Die internationale Umweltschutzorganisation klagt gegen Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Die Reaktion der russischen Behörden habe in keinem Verhältnis zum friedlichen Protest gegen die Ölbohrungen gestanden.

Mit vorgehaltener Waffe waren im vergangenen September 30 Greenpeace-Aktivisten während einer Demonstration gegen Ölbohrungen des russischen Energieriesen Gazprom verhaftet worden. Teils über viele Wochen musste die internationale Crew in russischen Gefängnissen ausharren. Jetzt zieht Greenpeace den russischen Staat dafür vor das EGMR und verlangt Schadensersatz.

Die so genannte Arctic 30-Mannschaft wurde des Rowdytums beschuldigt und gut zwei Monate festgehalten. Im Falle einer Verurteilung drohten ihnen bis zu sieben Jahre Haft. Erst durch eine Amnestie kamen die Aktivisten im November 2013 nach und nach wieder frei.

Greenpeacefordert von Russland nun eine Entschädigung und eine Erklärung des EGMR, wonach die Haft wegen eines friedlichen Protest in internationalen Gewässern stattgefunden habe und damit illegal gewesen sei, so abc News. Die Behörden hätten zudem das Recht der Gruppe auf Freiheit und Meinungsfreiheit verletzt, die in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert sei, der auch Russland beigetreten wäre. Die Aktivisten seien keine Kriminellen. Sie seien friedliche Demonstranten, Journalisten und Verteidiger der Umwelt, so Greenpeace. Russlands rechtswidrige Handlungen hätten ihr Leben für immer verändert.

„Wir sind der Ansicht, dass die Festnahme und Haft der Arctic 30 eine eklatante Verletzung der geltenden internationalen und russischen Gesetze darstellt“, so der Anwalt Sergej Golubok. Die Reaktion der russischen Behörden habe in keinerlei Verhältnis zum friedlichen Protest gestanden, der stattgefunden habe.

Noch immer befindet sich das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff Arctic Sunrise in den Händen der russischen Behörden. Bei Greenpeace ist man sich bewusst, dass das Nachspiel zu den Vorgängen des vergangenen Jahres durchaus noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. So könnte es der Organisation zufolge über ein Jahr dauern, bis die Europäische Menschenrechtskonvention den Fall an Russland kommuniziert hätte.

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