Trotz Krim-Krise: Türkei und Russland unterzeichnen Tourismus-Abkommen

Die Türkei hat am Sonntag ein neues Tourismus-Abkommen mit Russland unterzeichnet. Das Papier sieht gemeinsame Projekte in den kommenden zwei Jahren vor. Schon im Vorfeld des Krim-Referendums kündigte Ankara an, die Beziehungen zu Moskau nicht gefährden zu wollen. Der türkisch-russische Tourismusmarkt birgt jede Menge Potential.

Das türkische Kultur-und Tourismusministerium hat am 16. März einen gemeinsamen Aktionsplan mit der russischen Föderalen Agentur für Tourismus unterzeichnet. Darin legen beide Staaten eine Zusammenarbeit zwischen 2014 und 2016 fest.

Der Staatssekretär des türkischen Kultur-und Tourismusministeriums, Özgür Özaslan,  und der Präsident Föderalen Agentur für Tourismus (Rosturizm), Aleksandr Rodkov, gaben die Vereinbarung am Rande der „Intourmarket 2014 Moskau: Internationale Fachmesse für Reisen und Tourismus“ bekannt. Der gemeinsame Aktionsplan zielt darauf ab, den Reiseverkehr zwischen der Türkei und Russland zu steigern, so die türkische Zeitung Hürriyet. Darüber hinaus soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt, der Reisekomfort erhöht und die Zusammenarbeit in internationalen Organisationen weiter auasgebaut werden. Im Rahmen des neuen Plans soll noch in diesem Jahr ein Forum in der Türkei veranstaltet werden, um Investoren aus beiden Ländern zusammen zu bringen.

Den Zahlen von Rosturizm zufolge, war die Türkei im Jahr 2013 das Top-Tourismus-Ziel für russische Urlauber. Nach Angaben von Rodkov sei die Zahl der russischen Touristen in der Türkei auf mehr als vier Millionen geklettert. Das entspräche einem Anstieg von ganzen 26 Prozent innerhalb eines Jahres. Auch in die umgekehrte Richtung sei ein Aufwärtstrend zu verzeichnen, wenn auch in etwas anderen Dimensionen. Mehr als 385.000 türkische Urlauber machten im vergangenen Jahr Ferien in Russland. Das entspricht einem Zuwachs von 28 Prozent.

Um diese Zahlen noch weiter zu steigern, gilt es für die Tourismusexperten früh anzusetzen. Wie aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht des  türkischen Verbands der Reisebüros (TÜRSAB) hervorgeht, planen gut drei Millionen türkische Urlauber in diesem Jahr ihre Reise schon außerordentlich früh. Ein Trend, der sich schon eine ganze Weile abzeichnet. Dem Report zufolge, hätten sich in den vergangenen fünf Jahren 8,3 Millionen türkische Touristen so verhalten. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman. Geschuldet ist diese Entwicklung sicherlich auch einer 2009 gestarteten Kampagne der TÜRSAB, die genau jenes Ziel verfolgt.

Nach wie vor bleiben die Türken aber offenbar in heimischen Gefilden. Wie die TÜRSAB berichtet, sei Antalya mit 60 Prozent aller Frühbucher-Reservierungen das beliebteste Reiseziel. Die restlichen 40 Prozent buchen Reisen nach Bodrum, Marmaris, Kusadasi, Fethiye und Çeşme. Laut dem Bericht buchen 50 Prozent der türkischen Touristen lieber vier oder mehr Monate im Voraus, 35 Prozent tun dies ein bis vier Monate vorher, während 15 Prozent das Vorhaben in letzter Minute angehen.

Im Zuge des Krim-Referendums kündigte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan an, sich der Haltung in den USA und der EU anzuschließen und dieses nicht anzuerkennen (mehr hier). Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu erklärte jedoch bereits Tage vor der Abstimmung, dass es unbedingt zu verhindern sei, dass die aktuelle Lage auf der Krim Folgen für das türkisch-russische Verhältnis nach sich ziehe (mehr hier).

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