Energiekosten: Türken zahlen die geringsten Gaspreise in ganz Europa

Unter den 28 EU-Mitglieder importiert die Türkei bei weitem nicht das günstigste Gas. Allerdings werde dieses so preiswert wie sonst nirgends an die Konsumenten weiterverkauft. Das gab der türkische Energieminister Taner Yildiz bekannt.

Im Zuge seiner Rede in der zentralanatolischen Provinz Nevsehir verwies der türkische Energieminister Taner Yildiz auf die günstigen Konditionen für türkische Gas-Kunden. Ihm zufolge werde dieses so günstig wie nirgends in der EU abgegeben.

„Derzeit ist der Preis für Erdgas, das durch die staatliche Pipeline-Betreiber verteilt wird, auf dem türkischen Markt niedriger als im Jahr 2008“, zitiert die Turkish Weekly Yildiz. Trotz der aktuellen Währungsabwertung und dem Anstieg der Öl-und Gaspreise seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008, habe die türkische Regierung die Erdgaspreise in der Türkei nicht erhöht.

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat wurden 2012 für jede 100-Kilowattstunde Erdgas, die ein privater Haushalt verbrauchte, innerhalb der europäischen Staaten ein Durchschnittspreis von 7,90 Euro fällig. Anders die Ausgaben in der Türkei. Hier standen nur 4,10 Euro auf der Gas-Rechnung.

Iran will Gaspreise nicht senken

Die Türkei ist der wichtigste Markt für iranische Erdgas-Exporte. Etwa 20 Prozent der türkischen Erdgas-Importe kommen aus dem Iran. Doch Preissenkungen lehnt Teheran ab. Die werde es, so wurde erst Anfang März bekannt, unter keinen Umständen geben (mehr hier). Seit 2001 importiert die Türkei jährlich zehn Milliarden Kubikmeter iranisches Erdgas.

Im März 2012 hatte die Türkei eine Klage am Internationalen Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer (ICC) eingereicht. Auslöser der Klage waren überhöhte Erdgas-Preise, berichtet die Nachrichtenagentur des National Iranian Oil Company (NIIC), SHANA. Eine Entscheidung werde gegen Ende des aktuellen Jahres fallen. Die Türkei zahlt für 1000 Kubikmeter iranisches Erdgas durchschnittlich 423 US-Dollar, berichtet der Türkische Verein für Elektrizität-Erzeuger.

Sorge um Gas-Versorgung in Bulgarien

Derzeit kommen mindestens 25 Prozent des europäischen Gases aus Russland. Viele europäische Staaten verlassen sich völlig auf diese Einfuhren. Auch Bulgarien erhält derzeit rund 90 Prozent seines Erdgases aus Russland. Doch hier ist man besorgt, dass der aktuelle Konflikt in der Ukraine die Gas-Versorgung unterbrechen könnte (mehr hier).

Aus diesem Grund ist derzeit ein Team aus Fachleuten samt Vertretern des bulgarischen Ministeriums für Wirtschaft und Energie in der Türkei, um über eine Gas-Pipeline-Verbindung zwischen den beiden Ländern zu verhandeln. Planung un Bau dieses Projekts sollen, ginge es nach ihnen, so schnell als möglich vonstatten gehen. Das berichtet das Nachrichtenportal energyglobal.com.

Bereits im Februar kündigten Stoynev Dragomir, der bulgarische Minister für Wirtschaft und Energie, und der türkische Energieminister Taner Yildiz an, dass eine solche Pipeline ene bedeutende Rolle bei der Diversifizierung der Gaslieferungen spielen würde.

Mehr zum Thema:

BP Report: Türkei gehört zu den weltweit führenden Gas-Konsumenten
Auto- und Energieimporte: Türkisches Außenhandelsdefizit steigt weiter
Öl, Gas und der Dollar: Worum es im Syrien-Krieg wirklich geht

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.