Vorbild Krim: Jetzt versucht auch Transnistrien erneut den Anschluss an Russland

Die Region Transnistrien in der Republik Moldau will offenbar dem Beispiel der Krim folgen und strebt ein weiteres Mal den Anschluss an Russland an. Die Anfrage von russischen Loyalisten kam nur einen Tag, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin einen Vertrag zur Einverleibung der Krim unterzeichnet hatte. Transnistrien wird von den Vereinten Nationen nicht als unabhängiger Staat anerkannt.

Während Russland seine Annexionskurs der Krim vorantreibt, braut sich andernorts ein neuer Konfliktherd zusammen. Offenbar versucht sich die Region Transnistrien nun erneut von Moldawien emanzipieren.

Moldawiens Präsident Nicolae Timofti reagierte auf die entsprechende Anfrage mit einer Warnung. Jeder Versuch der Region, sich abzuspalten und sich Russland anzugliedern, wäre ein „Fehler“, so die Nachrichtenseite The Blaze. Das Ganze käme von nicht legitimierter Seite, die über eine Aufnahme durch Russland nicht zu entscheiden hätte. Falls Russland vorhabe, diesen Wünschen nachzukommen, mache man einen „Fehler“.

Zuvor war ein Antrag für einen Beitritt der nicht anerkannten Republik zur Russischen Föderation vom Vorsitzenden des Obersten Rates von Transnistrien, Michail Burla, erarbeitet und an die Staatsduma übermittelt worden, so CNBC. Verwiesen wird auf einen Versuch aus dem Jahr 2006. Mittels Referendum sollte damals die Unabhängigkeit erlangt werden. Wie im aktuellen Fall auf der Krim votierten 97 Prozent der Wähler für einen Anschluss an Russland. Die Abstimmung führte allerdings zu nichts, da die internationale Gemeinschaft sich weigerte, seine Legitimität anzuerkennen.

Überraschend sind diese Versuche nicht. Schon während des Zusammenbruchs der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre sprach sich Transnistrien für einen Verbleib bei Russland aus. Bereits seit 1990 ist die Region de facto von der Zentralregierung in Chișinău unabhängig. Nun befeuern die Ereignisse auf der Krim die Region offenbar erneut in ihrem Wunsch. Derzeit leben lediglich 550.000 Menschen in Transnistrien. Etwa 150.000 behaupten, auch eine russische Staatsbürgerschaft zu haben. Viele andere geben an, sie hätten die ukrainische oder rumänische.

Russland hat rund 1000 Soldaten und entsprechende Ausrüstung in Transnistrien stationiert. Bereits seit Anfang März befinden sie sich in Alarmbereitschaft. Die Truppe ist allerdings nicht ganz so stark wie auf der Krim, es gibt auch keine gemeinsame Grenze mit Transnistrien, entsprechend dürfte es für Russland dort ungleich schwieriger werden einzumarschieren. Besteht von Seiten Russland allerdings nun tatsächlich Interesse, dürfte hier eher ein taktisches Manöver zum Einsatz kommen, um ein Signal gen Ukraine zu senden.

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für die Republik  Moldau bzw. Transnistrien am 17. März 2014 auf den neuesten Stand gebracht. Geändert wurden die Allgemeinen Reiseinformationen, Geldversorgung und Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige. Hierzu heißt es unter anderem: „Vor Reisen nach oder durch Transnistrien sollten sich Reisende über die aktuelle politische Lage informieren. Eine konsularische Betreuung durch die Botschaft kann im Landesteil Transnistrien grundsätzlich nicht erfolgen. Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird.“

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