Fukushima: Anzahl von Krebserkrankungen steigt

Drei Jahre nach der Reaktor-Katastrophe steigen die Krebsraten bei Japans Bevölkerung. Ein Kinderarzt fand eine 30-fache Erhöhung bei Anwohnern aus Fukushima. Mindestens 75 Menschen sind an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Die Regierung bestreitet jedoch jeden Zusammenhang mit dem Reaktor-Unglück.

Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe sind die Krebsraten der japanischen Bevölkerung deutlich gestiegen, vor allem in der Region Fukushima. Ein Kinderarzt stellte bei Anwohnern eine 30-fache Erhöhung fest.

Die Krebsrate bei Jugendlichen aus der Region ist drei Jahre nach der Atomkatastrophe dreißigmal höher als im Rest Japans. Bei einer Untersuchung von 270.000 Jugendlichen seien 74 Fälle von Schilddrüsenkrebs entdeckt worden, sagte Isamu Takamatsu, ein Kinderarzt aus Osaka, zum Auftakt der Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ am Freitag in Dortmund. Takamatsu ist Mitglied des japanischen Ärztenetzwerks zum Schutz von Kindern vor Radioaktivität.

Die Häufigkeit der Erkrankung stieg besonders bei Menschen, die in der Nähe des Unglücksorts gewohnt hatten. Die Regierung bestreite jedoch jeden Zusammenhang der Krebserkrankungen mit dem Reaktorunglück, so Takamatsu.

Kürzlich war eine weitere japanische Studie zu einem ähnlichen Schluss gelangt, wie die Japan Times berichtete. Demnach seien 460 Anwohner der Katastrophengegend über einen Zeitraum von anderthalb Jahren auf ihre radioaktive Verstrahlung hin untersucht worden. Die Forscher seien zu dem Schluss gekommen, dass einjährige Mädchen aus der Region ein erhöhtes Risiko hätten, während ihres Lebens an Krebs zu erkranken.

Offiziellen Daten zufolge sind mindestens 75 Menschen aus der Region neu an Schilddrüsenkrebs erkrankt, wie die Japan Daily Press meldet. Allein im Februar kamen acht neue Fälle hinzu.

Die inoffiziellen Zahlen dürften jedoch deutlich höher liegen. Japan hat die Zensur bezüglich der Berichterstattung deutlich verschärft. Zudem werden sowohl die Regierung als auch die Betreiberfirma Tepco regelmäßig dabei entlarvt, wie sie die Bürger über das wahre Ausmaß des Unglücks belügen.

Mehr zum Thema:

Schwerster Zwischenfall seit August: 100.000 Liter verseuchtes Wasser strömen aus Fukushima
Dritter Jahrestag der Fukushima-Katastrophe: Japan hat noch viel zu tun
Schummeln für Olympia: Tepco hält Zahlen über Fukushima zurück

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.