Aufruhr in der Türkei: Zehntausende Fußball-Fans demonstrieren gegen Erdoğan

Zehntausende Fußball-Fans haben sich am Atatürk-Mausoleum in Ankara zusammengefunden, um gegen die Regierung zu protestieren. Die Vereine sind überzeugt davon, dass Premier Erdoğan die Führungspositionen in den Vereinen mit seinen Vertrauten besetzen will.

In der Türkei ist es am Sonntag zu einem Massenprotest der Fußball-Fans gekommen. Am Atatürk-Mausoleum in Ankara versammelten sich zehntausende Sportbegeisterte der Spitzenvereine Fenerbahçe, Galatasaray und Beşiktaş, um gegen Premierminister Erdoğan zu demonstrieren.

Nach Angaben des Fernsehsenders N-TV sollen sich auch türkische Fangruppen aus Deutschland, Südkorea und Großbritannien am Protest beteiligt haben.

Urheber des Protests war die Vereinsführung von Fenerbahçe. Club-Chef Aziz Yıldırım nahm einen Eintrag im Gästebuch des Atatürk-Mausoleums vor. Er schrieb, dass sein Verein die „Seele der türkischen Befreiungsbewegung“ schon immer in sich getragen habe. Der Verein Fenerbahçe sei entschlossen, die Errungenschaften der Republik zu verteidigen. In diesem Zusammenhang wird Premier Erdoğan als Gegner der Republik angesehen.

„Wir sind die Soldaten Mustafa Kemals“, skandierten die Fußball-Fans.

Erdoğan und Yıldırım sind verfeindet

Im vergangenen Jahr wurden Beşiktaş und Fenerbahçe wegen Manipulations-Vorwürfen vom europäischen Wettbewerb ausgeschlossen. Das Urteil der Uefa bezog sich nicht auf eine erwiesene Schuld. Die Teilnahme sollte lediglich für die Dauer der Verhandlung ausgesetzt werden.

Ein türkisches Gericht befand Aziz Yıldırım für schuldig. Nach der offiziellen Urteilsverkündung muss der Fenerbahçe-Chef eine Haftstrafe in Höhe von sechs Jahren und drei Monaten antreten. Doch Yıldırım hat im Februar eine Klage beim Verfassungsgericht eingereicht, um das Urteil anzufechten.

Er wittert eine politische Verschwörung der Erdoğan-Regierung. Die wolle alle Posten in der freien Wirtschaft und im Sport mit ihren eigenen Vertrauten besetzen. Das gehe aus einem veröffentlichten Telefongespräch zwischen Erdoğan und seinem Sohn hervor.

Premier Erdoğan wiederum bestreitet die Authentizität des Telefongesprächs.

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