25 Jahre Mauerfall: ScoutingTrain will 400 Pfadfinder an den Baikalsee bringen

25 Jahre nach dem Mauerfall soll eines der größten ehrenamtlichen Projekte des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) in die Tat umgesetzt werden. Das Ziel des interkonfessionellen und überparteilichen Vereins: Via ScoutingTrain sollen 400 Pfadfinder die nächsten 25 Jahre ohne Mauer einläuten. Ihre Vision ist klar umrissen: Ein reales, gelebtes Netzwerk von jungen EuropäerInnen.

Der Fahrplan steht bereits, die Weichen sind gestellt: Diesen August soll es für 400 Pfadfinder aus 15 Nationen losgehen. Mit einem Sonderzug wollen sie auf der Strecke der Tanssibirischen Eisenbahn von Berlin nach Irkutsk fahren. Für die jungen Leute geht es um viel. 25 Jahre nach der Überwindung des „Eisernen Vorhangs“ setzen sie ein Zeichen für das kulturelle Zusammenwachsen Eurasiens.

„Berlin – Warschau – Moskau“ lautet die Route, die sich die Organisatoren vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) vorgenommen haben. An drei Stationen wollen sie Halt machen, um der Bevölkerung vor Ort ihr Projekt vorzustellen. Am größten Süßwassersee der Welt, dem Baikalsee, angekommen, bleiben der Reisegruppe dann fünf Tage, um die Erlebnisse der vergangenen Zeit Revue passieren zu lassen. Auf gemeinsamen Expeditionen in die Natur, Projektarbeiten sowie Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung wollen sie aber auch den „Dialog zwischen den Völkern fördern und die internationale Pfadfinderidee neu erleben“.

ScoutingTrain ist ein Beitrag zur Völkerverständigung

Anklang findet das Projekt, das unter der Schirmherrschaft von Anne Brasseur, Präsidentin der parlamentarischen Versammlung des Europarats, steht, auch bei Altbundeskanzler Gerhard Schröder:

„Die Geschichte vom ScoutingTrain hat mich aufhorchen lassen. Die Idee dieses gelebten Netzwerks junger Menschen aus Ost und West ist ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung. Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall braucht es derartige Projekte, um den Traum eines geeinten Europas der Menschen möglich werden zu lassen. Und deshalb ist es gut, dass die Pfadfinder sich hier engagieren!“

Die jungen Leute sind gut vorbereitet: Für ihr internationales Bildungsreise- und Begegnungsprojekt wurden bereits im Vorfeld multinationale Projektgruppen gegründet. In den einzelnen Projekt-Waggons beschäftigen sich die Teilnehmer mit interkulturellen Themen von Jugend über Musik bis hin zu Literatur. Um am Ende jedoch wirklich fahren zu können, müssen sich die Pfadfinder noch ordentlich anstrengen. Der Finanzbedarf liegt bei rund 1,2 Millionen Euro. Aktuell läuft deshalb die erste Crowdfundingkampagne zur Realisierung des ScoutingTrains.

Mauer in den Köpfen der Menschen einreißen

Bei den 5.000 Schienenkilometern allein soll es jedoch nicht bleiben: Geplant ist ein weiteres Treffen am 9. November 2014, dem 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, in der Hauptstadt. Auf diesem Wege soll der Öffentlichkeit gezeigt werden, dass die Geschichte Europas weiter erzählt wird. „Vor genau 25 Jahren feierten hier tausende Menschen den Fall der Mauer. Heute feiern wir, dass wir dazu beitragen, die Mauern in den Köpfen der Menschen abzutragen“, so die Organisatoren, die auch ein langfristiges Ziel im Auge haben:

„Wir wollen, dass möglichst viele Aspekte erfolgreicher internationaler Jugendarbeit in diesem Projekt weiterentwickelt und kommuniziert werden. Wir möchten möglichst vielen Menschen ermöglichen, ähnliche Folgeprojekte durchzuführen und sich bei diesen Projekten zu erinnern, wie es im ScoutingTrain gelaufen ist. Wir statten die SchaffnerInnen mit Handwerkszeug und Kontakten aus und versetzen sie in die Lage, ihre Begeisterung für diese Art von Projekten zu teilen.“

Der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V wurde bereits vor fast 40 Jahren, im Jahr 1976 gegründet. Er ist interkonfessionell und überparteilich. Mit rund 30.000 Mitgliedern ist er der größte Pfadfinderverband Deutschlands. Er ist Teil der mit rund 40 Millionen Mitgliedern größten Jugendbewegung der Welt. Ziel der pädagogischen Arbeit des BdP ist es, Kindern und Jugendlichen Gemeinsinn und Verantwortung, Weltoffenheit und Umweltbewusstsein zu vermitteln.

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne auf startnext.

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