Baku-Pipeline: Türkei hat bereits zwölf Milliarden Dollar verdient

Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (BTC) hat der Turkish Petroleum Corporation (TPAO) seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2005 bereits zwölf Milliarden Dollar an Einnahmen beschert. Die Türkei ist mit 6,53 Prozent am BTC-Konsortium beteiligt. Unumstritten war ihre Realisierung allerdings nicht.

Wie der türkische Energieminister Taner Yildiz bekannt gab, hat die Turkish Petroleum Corporation (TPAO) in den vergangenen neun Jahren bislang zwölf Milliarden Dollar durch die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline eingenommen.

Während seiner Rede in der türkischen Provinz Adana unterstrich Yildiz die Bedeutung der BTC-Pipeline für die Region. Die türkische TPAO hält derzeit Anteile in Höhe von rund 6,5 Prozent. Das berichtet die Nachrichtenseite Worldbulletin. Die Britische Petrolium (BP) und die staatliche Ölgesellschaft der Republik Aserbaidschan (SOCAR) halten derzeit mit 30 bzw. 25 Prozent die Mehrheit innerhalb des Konsortiums. Bis heute hat Pipeline mehr als 1,8 Milliarden Barrel Rohöl transportiert.

Die 2,5 Milliarden Dollar teure BTC transportiert Rohöl von Ölfeldern aus Aserbaidschan und Kasachstan am Kaspischen Meer nach Ceyhan an der türkischen Mittelmeerküste. Von dort gelangt es dann weiter auf die europäischen Märkte. Ihr Weg verläuft insgesamt 1070 Kilometer durch die Türkei. Durch sie und die Kirkuk-Yumurtalık Pipeline fließen rund drei Prozent des Weltölhandels. Finanziert wurde sie von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, der zur Weltbankgruppe gehörenden International Finance Corporation und einer Gruppe von 15 Privatbanken.

Der Pipeline-Bau war im Vorfeld nicht unumstritten. Gegner des Projekts fürchteten um Umwelt, Menschenrechte und Demokratie. So hatten Umweltschützer die Pipeline bekämpft, da sie durch erdbebengefährdete Natur- und Wasserschutzgebiete führt. Kritiker in Aserbaidschan wurden mundtot gemacht. Auch für Russland ist die Pipeline ein Debakel. Die voll ausgelastete Pipeline spült den Anliegern nicht nur Millionen in die Kassen. Es fließen täglich gut eine Million Barrel kaspisches Erdöl durch sie hindurch, ohne dass Moskau Einfluss nehmen könnte.

Mit der Umsetzung der längsten Erdöl-Pipeline der Welt gewann jedoch auch die Türkei als Transitland an Bedeutung im internationalen Energiewettbewerb, besonders für Europa. Mittlerweile gilt das Land als „Energiedrehscheibe zwischen Europa und dem Osten“. Im Mittelpunkt der aktuellen Investitionsaktivitäten steht die Gaspipeline TANAP. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen (mehr hier).

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