Gemeinsame Erklärung mit elf Nationen: Türkei will hochangereichertes Uran vernichten

Im Zuge des dritten Atomgipfels seit 2010 hat sich die Türkei gemeinsam mit elf weiteren Staaten zur Beseitigung von hochangereichertem Uran (HEU) innerhalb seiner Grenzen verpflichtet. In Den Haag beraten mehr als 50 Staats- und Regierungschefs über den besseren Schutz von radioaktivem Material.

Auf der größten Konferenz in der Geschichte der Niederlande treffen sich derzeit 53 Staats- und Regierungschefs, um darüber zu beraten, wie Terroristen und anderen Kriminellen der Zugang zu radioaktiven Stoffen versperrt werden könnte. Die Angst ist groß, dass eine so genannte schmutzige Bombe aus Spreng- und Nuklearmaterial gebaut wird. Für die Türkei ist Staatspräsident Abdullah Gül in Den Haag vertreten. Gemeinsam mit elf anderen Nationen verpflichtete sich die Türkei bereits am Montag, hochangereichertes Uran zu vernichten.

In einer gemeinsamen Erklärung der Staatschefs aus Chile, der Tschechischen Republik, Dänemark, Georgien, Ungarn, Mexiko, der Republik Korea, Rumänien, Schweden, der Türkei, der Ukraine und Vietnam heißt es hierzu:

„In Anbetracht der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und erheblichen finanziellen Kosten, die mit dem Besitz dieses Materials verbunden sind, und der Technologie, die entwickelt wurde, um Forschungsreaktoren mit niedrig angereichertem Uran (LEU) zu betreiben, um die überwiegende Mehrheit der Experimente durchzuführen und Isotope zu produzieren ohne die Verwendung von hochangereichertem Uran, hat die Entfernung von HEU aus unseren Gebieten klare und greifbare Vorteile.“

In der Erklärung danken die Unterzeichner darüber hinaus der Russischen Föderation, den Vereinigten Staaten von Amerika und der Internationalen Atomenergie-Organisation für ihre Unterstützung bei der Umwandlung von Forschungsreaktoren von HEU in LEU und für die damit verbundenen Bemühungen bei der HEU-Entfernung. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Die zwölf Staats-und Regierungschefs loben gemeinsam mit Kasachstan und Singapur die anderen Nationen, die hochangereichertes Uran bereits entfernt haben und ermutigten die übrigen bis zum nächsten Gipfel 2016 in Washington mit den Bemühungen fortzufahren.

Nachdem die Türkei und Japan im vergangenen Jahr ein Abkommen für den Bau eines Kernkraftwerks unterzeichnet hatten, wurde darüber spekuliert, dass die Türkei nun Zugang zu HEU haben könnte, das bei der Herstellung von Kernwaffen verwendet werden könnte. Der türkische Energieminister Taner Yıldız bestritt im Januar jegliche Ambitionen seines Landes zur Urananreicherung. Auf die Erlaubnis zur Urananreicherung hatte zuvor der türkische Premierminister Erdoğan bei seinem erneuten Besuch von Japans Premier Shinzo Abe bestanden. Nach Yildiz Aussage soll die vorgesehene Urananreicherung ausschließlich zur Forschung erfolgen (mehr hier).

Unterdessen hat Japan nun angekündigt, hochangereichertes Uran und Plutonium der USA zur Entsorgung zu übergeben. Hunderte Kilogramm Nuklearmaterial soll hierzu in eine gesicherte Anlage in den Staaten gebracht werden, wo es in weniger gefährliche Stoffe umgewandelt werden und das Plutonium für die Endlagerung vorbereitet werden soll.

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