Trotz Ukraine-Krise: NASA zahlt Russland 71 Millionen Dollar

Die USA und Russland wollen ihre Weltraum-Aktivitäten offenbar nicht von der aktuellen Krise um die Ukraine beeinflussen lassen. Für einen Shuttletransport mit der Sojus-Rakete an diesem Dienstagabend werden die Vereinigten Staaten 70,7 Millionen Dollar zahlen.

Obschon die USA aufgrund der Invasion in der Ukraine derzeit einen harten Sanktionskurs gegenüber Russland fahren, halten die NASA und die russische Raumfahrtagentur (Roskosmos) zusammen. Wie die NASA mitteilte, hätten die Zahlungen für die Raketennutzungen nichts mit der derzeitigen politischen Situation zu tun.

„Wir erwarten nicht, dass die aktuelle Situation zwischen der Ukraine und Russland Auswirkungen auf unsere langjährige Zusammenarbeit mit der zivilen Raumfahrt Russlands, die Jahrzehnte zurückreicht, und unsere Partnerschaft im Rahmen des Internationalen Raumstation-Programms (ISS) hat“, zitiert Fox News Trent Perrotto, den Sprecher der US-Raumfahrtbehörde. Man sei zuversichtlich, dass die beiden Raumfahrtagenturen weiterhin eng zusammenarbeiten würden, wie sie es in der Vergangenheit schon während so mancher „Höhen und Tiefen“ in den Beziehungen zwischen beiden Staaten getan hätten.

70,7 Millionen Dollar pro Sitzplatz

An diesem Dienstagabend sollen der NASA-Astronaut Steve Swanson gemeinsam mit den beiden russischen Kosmonauten Alexander Skvortsov und Oleg Artemyev an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ins All fliegen. Für die USA, die derzeit über kein eigenes Shuttle-Programm verfügen, ist dies die einzige Möglichkeit, in den Weltraum zu gelangen. Erst im vergangenen April unterzeichnete die NASA ein neues Abkommen mit Russland über sechs weitere Flüge bis 2017. Das Ganze Vorhaben erfolgt zu einem Preis von 70,7 Millionen Dollar pro Sitzplatz.

Parallel versucht die USA jedoch weiterhin, wieder ein eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm auf die Beine zu stellen und sich aus der russischen Abhängigkeit zu lösen. Derzeit steht eine Frist von drei Jahren im Raum. Noch in diesem Jahr sollen die entsprechenden amerikanischen Unternehmen ausgewählt werden, die ab 2017 die eigenen Astronauten zur Raumstation befördern werden.

Sojus-Kapseln einziges Tranpsortmittel zur ISS

Die aktuelle Expedition 39 soll bis Mitte September an Bord der ISS bleiben. Dort befinden sich seit November 2013 der Japaner Koichi Wakata, US-Astronaut Rick Mastracchio und sein russischer Kollege Michail Tjurin.

Ende Juli 2011 ging in den USA die Space-Shuttle-Ära zu Ende. Die russischen Sojus-Kapseln sind derzeit das einzige Transportmittel zur Versorgung der ISS. Die US-Space-Shuttles hatten 135 Missionen in 30 Jahren absolviert.

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