Sex als Sanktion: Ukrainische Frauen starten Kampagne gegen russische Männer

Mit politischen und wirtschaftlichen Repressalien haben sie nichts am Hut. Ihr Protest gegen die russische Invasion auf der Krim ist zwischenmenschlicher Natur. Ukrainische Damen haben jetzt die Kampagne „Do not let Russian“ gestartet. Sie wollen russischen Männern den Sex verwehren.

Eine Gruppe von ukrainischen Frauen ist bereit, zu drastischen Maßnahmen zu greifen, um gegen Moskaus Einmarsch auf der Krim zu protestieren. Sie rufen jetzt zum Sex-Streik gegen russische Männer auf.

Via Facebook gewinnt ihre Kampagne gerade zusehends an Aufmerksamkeit. Schon jetzt stehen die Initiatorinnen kurz vor der 2500er-Anhänger-Marke (Stand 15.00 Uhr). Ihr Ziel: So viele ukrainische Frauen wie möglich sollen sich von russischen Männern fernhalten. Näher gebracht wird das ihrer Umgebung nicht nur über das soziale Netzwerk, sondern auch über entsprechende T-Shirts. Darauf ein Auszug aus dem Gedicht Kateryna der ukrainischen Dichterin Taras Shevchenko aus dem Jahr 1838: „O schöne Mädchen, verlieben sie sich, aber nicht in einen Moskaly (Russen).“

Wie Katerina Venzhik, eine der Initiatorinnen und Redakteurin der in Kiew ansäßigen ukrainischen Nachrichten-Website Delo.UA, erklärt, haben die Frauen die Kampagne ins Leben gerufen, um so die Aufmerksamkeit auf die russische Politik auf der Krim zu lenken. Viele Ukrainer hatten ungläubig die Vorgänge in den zurückliegenden Wochen beobachtet. Russland hatte die Krim mit seinen Truppen überschwemmt und zu guter letzt per Volksabstimmung den Anschluss an Russland in die Wege geleitet. Die ukrainischen Bewohner der Halbinsel blicken argwöhnisch in die Zukunft.

Venzhik zufolge sollen die Einnahmen aus den T-Shirt-Verkauf der ukrainischen Armee zu Gute kommen. „Wir glauben, dass es in Anbetracht der militärischen Besetzung des Gebietes albern ist, alle Männer als Brüder zu betrachten.“

Noch steckt die Kampagne in den Kinderschuhen. Doch russische Offizielle sind auf das Ansinnen der Damen bereits aufmerksam geworden, so Global Voices. So machte sich etwa das russische Parlamentsmitglied Robert Shlegel via Twitter über die Aktion lustig.

Einige russische Blogger beließen es jedoch nicht bei Amüsement, sondern beleidigten die Frauen als Prostitutierte, so The Atlantic.

Die Initiatorinnen greifen übrigens auf eine durchaus historische Methode zurück. Das Konzept des Sex-Boykotts ist mindestens 2425 Jahre alt. Erinnert sei hier etwa an Lysistrata, eine der bekanntesten Komödien des griechischen Dichters Aristophanes. Darin fassen die Frauen aus Athen und Sparta einen Plan, wie der nun schon 20 Jahre dauernde Krieg beendet werden könnte. Die Frauen streikten und verweigerten sich ihren Männern so lange, bis diese Frieden schuffen. Das Stück wurde übrigens geschrieben, sieben Jahre bevor Athen diesen Krieg verlor.

Erst im vergangenen Montag kam es darüber hinaus zu einer ähnlichen Aktion in Tokio. Dort drohten die Frauen mit Sex-Entzug im Zusammenhang mit der Wahl eines bestimmten Gouverneurskandidaten. der veraltete Ansichten über Geschlechter vertritt.

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