Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Christine Lüders macht weiter

Auf Vorschlag der Bundesregierung hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, Christine Lüders erneut zur Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ernannt. Lüders hat die Position bereits seit 2010 inne. Zuletzt äußerte sie sich besorgt über die Benachteiligung Jugendlicher mit Migrationshintergrund auf dem Ausbildungsmarkt.

Die Pädagogin Christine Lüders führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) weiter. Im Amt bleibt auch Johannes-Wilhelm Rörig, den die Ministerin am Mittwoch abermals zum Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs ernannt hat.

„Ich freue mich sehr, dass Christine Lüders und Johannes-Wilhelm Rörig ihre erfolgreiche wichtige Arbeit fortsetzen können. Ich möchte mich gerne mit Ihnen gemeinsam dafür einsetzen, dass Diskriminierung in unserer Gesellschaft abgebaut wird und Menschen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, stärker unterstützt werden“, so Manuela Schwesig anlässlich der Personalentscheidung am 26. März.

Lüders steht bereits seit Februar 2010 in der Nachfolge von Martina Köppen an der Spitze der ADS. Zuvor stand sie unter anderem dem Referat Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen vor.

Einen Einblick in ihre Tätigkeit gab Christine Lüders den Deutsch Türkischen Nachrichten bereits im Sommer 2012. Damals stellte sie klar: „Jeder Diskriminierungsfall ist ein Fall zu viel.“ Die ADS gebe den Betroffenen eine erste rechtliche Einschätzung des Falls und sage, ob aus ihrer Sicht eine Diskriminierung vorliege. Für Opfer von Diskriminierungen sei es jedoch wichtig, die Frist von zwei Monaten zu beachten, in der sie den Fall melden müssten. Der Hemmschwelle eine Stelle wie die ADS aufzusuchen, ist sich die 60-Jährige durchaus bewusst:

„Grundsätzlich ist es uns bewusst, dass der Gang zu einer Beratungsstelle nicht immer einfach ist – etwa für Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, die im Fall eines Rechtsstreits dann gegen ihren eigenen Arbeitgeber aussagen müssen. Das erfordert Mut und auch Durchhaltevermögen, doch ich kann nur raten: Lassen Sie sich Diskriminierung nicht gefallen!“

Auf die zur Wochenmitte vorgestellte Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) über die Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bewerbungsverfahren reagierte Lüders alarmiert. Die Studie belegt: Menschen mit Migrationshintergrund werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachweislich benachteiligt, zitiert sie das Handelsblatt. Deutschland könne es sich nicht erlauben, ganze Gruppen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vom Arbeitsmarkt fernzuhalten. Sie rät Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen stärker auf anonymisierte Bewerbungsverfahren zu setzen.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurde mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes im August 2006 gegründet. Ziel dieses Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

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