Annexion der Krim: Jetzt sollen auch ukrainische Delphine russisch werden

Der Anschluss der Krim an Russland hat nicht nur Auswirkungen auf Politik und Bevölkerung. Die Unterwasserwelt ist ebenfalls betroffen. Jetzt will Moskau auch die zur ukrainischen Marine gehörenden Delphine unter seine Hoheit stellen. Unumstritten sind solche Programme allerdings nicht.

Im Zuge der Einverleibung der Krim hat Russland nun auch die Meeresbewohner vor der Küste der Halbinsel im Auge. Im Fokus des Interesses stehen derzeit offenbar eine Reihe hoch trainierter Delphine des ukrainischen Militärs.

Die Delphine sind hervorragend ausgebildet. Sie werden zum Aufspüren der besonders gefährlichen Seeminen eingesetzt, aber auch bei der Bekämpfung feindlicher Taucher, die die ukrainischen Hoheitsgewässer eindringen wollen. Jetzt will sich Moskau die außergewöhnlichen Tiere zu Nutze machen.  „Das Kampf Delfin-Programm in der Krim-Stadt Sewastopol bleibt erhalten und wird künftig im Interesse der russischen Marine fortgeführt“, zitiert CNN die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Die Delphine sind ein entscheidender Teil der marinen Sicherheit, so das Blatt weiter. Sie erkennen Klänge und Objekte in trüben Gewässern, die für Menschen nicht wahrnehmbar sind. Das macht sie zu einzigartig effektiven Instrumenten, wenn es um Gefahren auf dem Meeresboden geht.

Hochtechnologie für Delphine

Für ihr Delphin-Programm nutzte die ukrainische Marine jedoch eine veraltete Ausrüstung. Geld für die Forschung war nicht vorhanden. Der russischen Nachrichtenagentur zufolge sei die Auflösung des Programms für den kommenden Monat geplant gewesen. Danach, so heißt es, hätten die Meeressäuger mit behinderten Kindern arbeiten sollen. Jetzt soll das Programm unter den Russen weiterentwickelt und mit Hochtechnologie ausgestattet werden. Auf Nachfrage der CNN bestätigte das ukrainische Außenministerium zwar die Existenz einer solchen Delphin-Anlage. Details wurden aufgrund der bestehenden Geheimhaltungsstufe jedoch nicht genannt.

Auch US-Marine trainiert Delphine und Seelöwen

Das Delphin-Programm stammt aus den 1960er Jahren, als Russland und die Ukraine noch Teil der Sowjetunion waren. Nach der Unabhängigkeit wurde dieses an Kiew übergeben. Damit sind sie übrigens nicht allein. Auch die US-Marine in San Diego trainiert Delphine und Seelöwen, um ihre Vermögenswerte zu schützen und gefährliche Gegenstände unter Wasser zu finden. Eingesetzt wurden diese bereits im Vietnam- und im Irakkrieg. Letztere werden auch von der ukrainischen Marine unterhalten. Es ist unklar, ob sie künftig loyal zu Moskau oder Kiew bellen werden.

Ob in den USA oder Russland: Umstritten sind die Programme allemal. Tierschützer fürchten um das Leben der meist wie im Gefängnis lebenden Delphine. Bewusst werden sie von den Militärs großen Gefahren ausgesetzt. Dazu kommt extremer Stress, dem die Tiere etwa bei ihrem Transport in ein Einsatzgebiet ausgesetzt sind. Das Gehör werde durch Detonationen geschädigt und es soll bei Minenexplosionen sogar schon Todesfälle gegeben haben. In den USA soll es für diese Argumente unterdessen bereits ein Einsehen geben. Die Labore der Navy arbeiten offenbar bereits daran, die Meeressäuger in Zukunft durch unbemannte, mit hochsensiblen Echoloten und Peilsendern ausgestattete und ferngesteuerte Mini-U-Boote zu ersetzen.

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