Katze als türkischer Sündenbock: Twitter-User scherzen über Erklärung des Energieministers

Der türkische Energieminister macht sich derzeit zum Gespött in den Sozialen Medien. Der Grund: Er präsentierte für die Stromausfälle in gut 40 Städten am Wahlabend eine skurrile Erklärung. Eine Katze habe Schuld an der ganzen Angelegenheit. Sie sei in einen Trafo gelaufen. Die User reagierten entsprechend - mit Humor.

Ob es sich nur um einen unpassenden Aprilscherz des türkischen Energieministers Taner Yildiz handelt oder ob er seine Begründung tatsächlich ernst meinte, ist bisher nicht bekannt. Für Lacher im Netz sorgt seine Katze als Sündenbock für Stromausfälle während der Kommunalwahlen allemal.

Die schon seit Jahren allgegenwärtigen Katzen im Internet sind in der Türkei nun offenbar zu einem regelrechten politischen Maskottchen avanciert. Dabei wirkte Taner Yildiz durchaus überzeugend, als er erklärte:

„Ich scherze nicht, meine Freunde. Eine Katze ist in eine Stromverteilungseinheit geraten. Das war die Ursache für den Stromausfall [in Ankara] und es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist. Es ist falsch, hier einen Zusammenhang mit den Wahlen herzustellen. Es ist falsch, hier von Foulspiel zu sprechen. Diejenigen, die die Wahlen verloren haben, sollten Stromausfälle nicht als Entschuldigung für ihre Niederlage heranziehen.“

Die Wahlen wurden weithin als ein Vertrauensvotum in der Türkei für die regierende AKP betrachtet, die den vorläufigen Ergebnissen zufolge 45,6 Prozent der Stimmen bekam. Die CHP, die nächstgelegene Oppositionspartei, erhielt 27,9 Prozent der Stimmen. Viele Anhänger glauben jedoch an Manipulation. Erst am Dienstag kam es zu heftigen Protesten, die die Polizei mit Wasserwerfern zerstreuen musste (mehr hier).

Online formierte sich hingegen eine weitaus friedlichere Bewegung. Hashtags wie #kedilobisi bzw. #catlobby avancierten zu einem weltweiten Trend, unzählige lustige Fotos und Videos inklusive.

 

Unterstützer der regierenden AKP meldeten sich natürlich ebenso zu Wort. Katzen seien organisierter als diese Partei oder in den betroffenen Gebieten gewann kein AKP-Kandidat, offenbar seien die CHP-Leute die Katzen waren nur einige der Erwiderungen der User.

Auch die Medien rätseln. Hat sich der Energieminister hier einen Aprilscherz erlaubt? Immerhin: Bevor die Katze herhalten musste, hatte es Taner Yildiz offenbar auf das Wetter abgesehen.

„Vor allem in den östlichen Mittelmeer-Städten Mersin, Adana und Gaziantep, gab es einen Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 km/h. Auf der anderen Seite gab es starken Schnee im ostanatolischen Erzurum und Städten wie Ardahan. Diese Wetterbedingungen verursachten einige lokale Stromausfälle, die keinen Einfluss auf die Stimmenauszählung hatten.“

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