Krim-Krise: NASA bricht Kontakt zu Russland ab

Die NASA hat den Kontakt mit Vertretern der russischen Regierung ausgesetzt. Als Grund nannte die zivile US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt die anhaltenden Verletzungen der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine. Noch in der vergangenen Woche hatte man erklärt, dass die Zusammenarbeit nichts mit der derzeitigen politischen Situation zu tun habe.

In einem Brief kündigt Michael F. O’Brien, NASA Associate Administrator für internationale und ressortübergreifende Beziehungen, vorübergehend die Zusammenarbeit mit Russland auf. Grund ist das Vorgehen Moskaus auf der Krim.

„Die Aussetzung beinhaltet NASA-Reisen nach Russland sowie Besuche von Vertretern der russischen Regierung in NASA-Einrichtungen, bilaterale Treffen, E-Mail und Telefon- oder Videokonferenzen“, zitiert Fox News aus dem Schreiben. Allerdings seien die laufenden Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation (ISS) von den Vorschriften ausgenommen. Gleiches gelte für „multilaterale Treffen, die außerhalb von Russland und unter russischer Beteiligung stattfinden“.

Aktuell befinden sich zwei Amerikaner an Bord der der internationalen Raumstation ISS. Erst im März betonte NASA-Administrator Charles Bolden, dass die amerikanisch-russische Partnerschaft in dieser Hinsicht nicht durch die Krise in der Ukraine belastet sei. „Im Moment ist alles normal in unserer Beziehung mit den Russen“, so Bolden damals. „Ich denke, die Menschen haben vergessen, dass wir die Internationale Raumstation jetzt für 13 Jahre in Folge ununterbrochen besetzen, und das geschah über mehrere internationale Krisen hinweg.“

Für die USA, die derzeit über kein eigenes Shuttle-Programm verfügen, ist die Kooperation mit den Russen die einzige Möglichkeit, in den Weltraum zu gelangen. Erst im April  2013 unterzeichnete die NASA ein neues Abkommen mit Russland über sechs weitere Flüge bis 2017. Das ganze Vorhaben erfolgt zu einem Preis von 70,7 Millionen Dollar pro Sitzplatz.

Parallel versucht die USA jedoch weiterhin, wieder ein eigenes bemanntes Raumfahrtprogramm auf die Beine zu stellen und sich aus der russischen Abhängigkeit zu lösen. Derzeit steht eine Frist von drei Jahren im Raum. Noch in diesem Jahr sollen die entsprechenden amerikanischen Unternehmen ausgewählt werden, die ab 2017 die eigenen Astronauten zur Raumstation befördern werden. Erst vergangene Woche wurden abermals Astronauten ins All befördert (mehr hier).

Ende Juli 2011 ging in den USA die Space-Shuttle-Ära zu Ende. Die russischen Sojus-Kapseln sind derzeit das einzige Transportmittel zur Versorgung der ISS. Die US-Space-Shuttles hatten 135 Missionen in 30 Jahren absolviert.

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