bauMax: Österreichische Kette schließt alle Märkte in der Türkei

Die österreichische Baumarktkette bauMax zieht sich aus dem türkischen Markt zurück. Es sollen alle sieben Filialen im Land geschlossen werden. Außerdem soll sich das Unternehmen auch aus anderen Märkten in Südosteuropa zurückziehen wollen. Das wird derzeit noch geprüft.

Die angeschlagene Baumarktkette bauMax verlässt den türkischen Markt. Nachdem die Prüfung eines Rückzugs aus fast ganz Osteuropa bereits bekannt wurde, ist jetzt auch klar: Die sieben türkischen Filialen gehören bald der Vergangenheit an.

Das Unternehmen beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter in neun Ländern. Die Hälfte von ihnen sind in Osteuropa und der Türkei beschäftigt. 2012 fuhr bauMax einen Verlust in Höhe von 126 Millionen Euro ein. Für 2013 liegt noch keine Bilanz vor. Allein in der Türkei, wo man seit 2010 aktiv ist, soll das Minus 14 Millionen Euro betragen haben, so der Standard. Die Expansion der Kette nach Osteuropa hat bauMax offenbar das Genick gebrochen.

„Wir werden die Türkei schließen“, zitiert Reuters nun Besitzer Karlheinz Essl. Dieser hatte zuletzt versucht, seine auf 250 Millionen Euro geschätzte Kunstsammlung an die österreichische Regierung zu verkaufen, um die Kette zu sanieren. Mittlerweile, so der kurier, ist das allerdings kein Thema mehr. Derzeit, so Essl, prüfe man, ob man sich auch aus anderen Ländern zurückziehen werde. Entschieden werden solle das bis Ende April. Die bauMax-Gläubigerbanken, darunter die Raiffeisen, Erste Group und die Bank Österreich, sollen am 28. April zusammen kommen und über einen Umstrukturierungsplan für bauMax entscheiden.

bauMax ist jedoch nicht die einzige Baumarktkette, die sich aus der Türkei zurückzieht.  Schon im Februar 2013 kündigte die deutsche Konkurrenz Praktiker an, seine Geschäfte in der Türkei schließen zu wollen. Zuletzt hatte der Konzern versucht, seine dort bestehenden Filialen zu veräußern. Doch der Verkauf der neun Märkte an einen Investor schlug fehl (mehr hier).

bauMax verfügt über 158 Filialen, davon fast die Hälfte in Österreich und den Rest in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien sowie in der Türkei.

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