ZDF widerspricht Zensur-Vorwurf von Akif Pirinçci

Der deutsch-türkische Schriftsteller Akif Pirinçci erhebt derzeit schwere Zensur-Vorwürfe gegen das ZDF. Sein Interview im Mittagsmagazin des Senders fiel nicht nur weitaus kürzer aus, als gedacht. In der Mediathek tauchte es schließlich „um die brisanten Stellen geschnitten“ auf. Das ZDF sieht den Fall ganz anders und weist die Anschuldigungen des 54-Jährigen nun zurück.

Ein Facebook-Posting des Autors Akif Pirinçci sorgt derzeit für Aufsehen. Er beschuldigt das ZDF im Zuge eines Interviews im ZDF Mittagsmagazin am Mittwoch der „hammerharten, primitiven Zensur“. Der Mainzer Sender hält dagegen. Eine vollständige Einstellung des Gesprächs in der Mediathek wäre mit „rechtlichen Risiken für das ZDF“ verbunden gewesen.

Auf YouTube kursiert ein Acht-Minuten-Mitschnitt des Gesprächs zwischen Moderatorin Susanne Conrad und Akif Pirinçci. In der Mediathek des Senders ist die Version deutlich kürzer. Einige der abgefeuerten Salven, wie sie der Autor nennt, fehlen. Formulierungen wie „Mit dem Arschloch sieht man besser“ sind jedoch geblieben.

Auf Nachfrage der Deutsch Türkischen Nachrichten erklärt das ZDF zu seinem Vorgehen Folgendes:

„Mit brisanten Themen kritisch umzugehen und hart nachzufragen gehört zu den Grundprinzipien der politischen Berichterstattung im ZDF. Unter dieser Maßgabe hat sich die Redaktion im Nachgang mit dem Interview selbstkritisch auseinandergesetzt und die Defizite offen diskutiert.“

Die rechtliche Bewertung des Interviews habe gezeigt, dass die vollständige Einstellung des Gesprächs in die ZDF-Mediathek zu rechtlichen Risiken für das ZDF führen würde. Grund dafür sei, dass die Rechtsprechung an Aussagen in Live-Interviews einen großzügigeren Maßstab anlege als an zeitversetzt ausgestrahlte oder zum Abruf bereitgehaltene Sendungen. „Die Kürzung erfolgte also in Wahrnehmung unserer redaktionellen Verantwortung und ist selbstverständlich keine Zensur“, so das ZDF weiter. Bis auf den fraglichen Halbsatz stehe das Interview seit gestern, 17:30 Uhr, in der Mediathek. „Die Anschuldigungen von Herrn Pirincci weisen wir zurück“.

Stellung bezieht die Sendeanstalt auch zum Vorwurf, den Autor abgewürgt zu haben. Die Standardlänge von Autorengesprächen im ZDF-Mittagsmagazin seien fünf bis sieben Minuten. Anders als von Akif Pirinçci behauptet, seien ihm keine 15 Minuten zugesagt worden.

Hier geht es zum Beitrag in der ZDF-Mediathek.

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