Die Opposition zieht mit: Todesurteile in Ägypten lösen Proteste in der Türkei aus

Die 529 Todesurteile gegen Anhänger der ägyptischen Muslimbrüder haben für Aufruhr in der Türkei gesorgt. Sozialdemokraten, Konservative und Kurdenpolitiker protestieren gegen das Vorgehen der Justiz.

Die Todesurteile gegen 529 ägyptische Muslimbrüder haben in der Türkei zu einem Sturm der Entrüstung geführt. Sowohl Anhänger der AKP-Regierung als auch Mitglieder der Oppositions-Parteien verurteilen die Willkür der Justiz in Ägypten.

Ein Gericht im oberägyptischen Minia hatte lediglich 20 Minuten für die Urteile gebraucht. Doch 382 der Todgeweihten sind aktuell auf der Flucht. Lediglich 16 Personen wurden freigesprochen.

Der CHP-Abgeordnete Levent Gök war einer der ersten Politiker, die ihren Unmut über das Urteil aussprachen. „Es ist eine Aufgabe der Menschlichkeit gegen dieses Urteil, welches das Resultat massiver Menschenrechtsverletzungen ist, aufzubegehren“, zitiert ihn sondakika.com. Göks Parteikollegen sind ebenfalls auf seiner Linie.

Die kurdische BDP-Abgeordnete Sebahat Tuncel sagte, dass das Urteil inakzeptabel sei und unverzüglich zurückgenommen werden müsse, berichtet die Tageszeitung Radikal.

Am Mittwoch sollen in der gesamten Türkei Demonstrationen stattfinden. Die Kundgebungen werden von der Jugendorganisation der AKP organisiert, berichtet Haberturk.

Das Nachrichtenportal Dünya Bülteni hat alle 529 Namen der Verurteilten im Internet veröffentlicht. Nach der gewaltsamen Absetzung Mursis im vergangenen Jahr hatte die ägyptische Militärregierung die Muslimbruderschaft zu einer Terror-Organisation erklärt.

Die Urteile könnten zu einer weiteren Eskalation der Situation im Land führen.

Mehr zum Thema:

Bombenanschläge in Ägypten: Das Chaos will nicht enden
Ägypten: Gericht verbietet Muslimbrüder, Gelder beschlagnahmt
EU-Bericht: Deutschland genehmigte Waffenlieferungen an Ägypten

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.