Friedensprozess: PKK-Kämpfer kehren in die Türkei zurück

Der Rückzug der Terrororganisation PKK aus der Türkei war offenbar nur von kurzer Dauer. Einem Bericht der türkischen Polizei und Spezialeinheiten der Gendarmerie zufolge seien geschätzte 1000 Anhänger im vergangenen Jahr zum Abzug veranlasst worden. Nun würden die in Grenznähe stationierten Kämpfer ins Land zurückkehren, anstatt es endgültig zu verlassen.

Der Bericht mit dem Titel „Lösungsprozess/PKK Report“ wurde von Geheimdiensteinheiten der türkischen Sicherheitskräfte erstellt. Dieser stellt nun fest: Der im vergangenen Jahr begonnene Rückzug der Terrororganisation sei vollständig zum Erliegen gekommen.

Insgesamt 65 militante Gruppen, bestehend aus jeweils rund 14 bis 16 Personen, hätten sich zwischen Mai 2013 und September 2013 im Rahmen des Friedensprozesses zurückgezogen. Danach sei jedoch nichts mehr passiert. „Es gab einen Rückzug eher leichter bewaffneter Einheiten, während schwerer bewaffnete Gruppen in den Basen geblieben sind. Die Bewegungen begannen in den abgelegeneren Regionen in Richtung Grenze, verlangsamten sich bis Oktober und stoppten dann. Die Basen an den Grenzen hielten ihre Präsenz“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet aus dem Geheimdienstbericht.

Nun, da es wärmer werde, hätten sich die Militanten, die die Lager während der Wintermonate genutzt hätten, weiter ins Landesinnere bewegt, statt weiter in Richtung Grenze zu ziehen, heißt es weiter. Die Organisation halte im Augenblick ihre Präsenz und der Rückzug sei gestoppt. Nach September 2013 seien bewaffneten PKK-Anhänger zu diesen Basen zurückgekehrt, weil sie dort Nahrung und Medizin gebunkert hätten. Bis zum Einsetzen des Wetterumschwungs seien keine Aktivität in diesen Bereichen festgestellt worden.

Insgesamt hätte die PKK ihre Präsenz in den östlichen Provinzen Tunceli, Hakkari, Sirnak, Diyarbakır, Bingöl, Van und Muş ohne jegliche Veränderungen aufrechterhalten. Stattdessen seien aktive Rollen in ihren Organisationen in den Städten übernommen worden. Der zwischen der türkischen Regierung und dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan vereinbarte Rückzug (mehr hier) erfolgte lediglich unter PKK-Kämpfern in der Schwarzmeer-Region, in  Zentralanatolien, und nur in inigen Städten im östlichen Teil des Landes. Zuletzt seien die PKK-Mitglieder zudem wieder aktiver geworden. Entführungen hätten zugenommen.

Rund 2000 Personen sollen sich zuletzt der Terrororganisation angeschlossen haben. Diese neue Rekruten würden jetzt von ihrem Rückzug absehen und wieder in die Türkei strömen. „Viele dieser Leute sind nicht in bewaffnete Angriffe involviert gewesen, doch sie haben auf der anderen Seite der Grenze politische Schulungen erhalten. Nun kehren sie unter dem Bußrecht in die Türkei zurück. Diese Leute beteiligen sich an politischen Aktivitäten für die Organisation in der Türkei“, so der Report.

Der inhaftierte Führer der PKK, Abdullah Öcalan, verfügte Ende Februar 2013 in einem offenen Brief, dass alle bewaffneten PKK-Kämpfer bis zum 15. August ihre Waffen niederlegen und sich in den Irak zurückziehen sollen (mehr hier).

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