Todesurteile in Ägypten: Türkische Parteien veröffentlichen gemeinsame Erklärung

Die Todesurteile gegen 529 ägyptische Muslimbrüder stoßen in der Türkei weiterhin auf Protest. Das türkische Parlament hat in einer Erklärung Ägypten zur Abkehr von den Urteilen aufgerufen. Doch der Aufruf dürften in Kairo auf taube Ohren stoßen.

Das türkische Parlament hat in einer Erklärung gegen die Todesurteile in Ägypten protestiert. Die Erklärung trägt die Handschriften aller Parteien.

CNN Turk zitiert aus der Erklärung:

„Wir stehen auf der Seite des gesamten ägyptischen Volks. Wir befürchten, dass die politisch motivierten Urteile in Ägypten zu einer Eskalation führen werden. Rachegefühle werden sich vertiefen.“

Zudem wurde in der Erklärung gesagt, dass die Türkei das ägyptische Volk als Brudervolk ansehe. Die Türkei wolle sich nicht in die Angelegenheiten Ägyptens einmischen. Doch in Ägypten müsse der Wille des Volks beachtet werden.

Auch in der Türkei hatte es in der Vergangenheit mehrere Militärputsche gegeben. Die Erinnerungen an die darauffolgenden willkürlichen Urteile gegen Linke und Rechte sind bei allen türkischen Parteien unvergessen. Nur so lässt sich die einheitliche Linie aller türkischen Parteien in Bezug auf die Todesurteile in Ägypten erklären.

Ende März hatte ein Gericht im oberägyptischen Minia 529 Muslimbrüder zum Tode verurteilt. Der CHP-Abgeordnete Levent Gök war einer der ersten Politiker, die ihren Unmut über das Urteil aussprachen. „Es ist eine Aufgabe der Menschlichkeit gegen dieses Urteil, welches das Resultat massiver Menschenrechtsverletzungen ist, aufzubegehren“, so Gök (mehr hier).

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