Was war los im türkischen Fußball? GazeteFutbols Wochenkolumne

GazeteFutbols Wochenkolumne nimmt wieder Fahrt auf! Der stellvertretende Chefredakteur Erdem UFAK beschäftigt sich diese Woche mit den Vorkommnissen der letzten Tage.

Seid gegrüßt liebe Leser, User und Anhänger des türkischen Fußballs! Ich bedanke mich im Namen der ganzen Redaktion für das Vertrauen und Interesse, welches Ihr uns Tag für Tag entgegenbringt. Den Großteil der Umbauarbeiten nach der Seitenübernahme zusammen mit Herrn Metin GÜLMEN haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Das Redaktionsteam um Metin GÜLMEN, Deniz ISKENDER und Alpay SARGIN freut sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit unseren neuen Redakteuren Enver GÜVEC, Volkan TOPCU, Firat TOSUN und Murat CETINER.

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Fußballerische Themen sollen in meiner Kolumne jedoch nicht zu kurz kommen. Insbesondere das Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahce hat in den letzten Tagen für viel Aufsehen gesorgt. Fußballerisch hatte allen voran Fenerbahce sehr wenig zu bieten, stattdessen war das Spiel geprägt von Nickligkeiten, Provokationen und vielen unnötigen Fouls. Besonders in Erinnerung geblieben sind dabei die Szenen mit Felipe Melo und Emre Belözoglu. Meine Meinung zu dieser Thematik: Weder Melo, noch Emre haben es verdient, das Galatasaray- bzw. Fenerbahce-Trikot überzustreifen. Von Vereinsseite aus hätte ich beiden schon längst den Laufpass gegeben. Hierbei spielen die guten Leistungen von Melo für mich überhaupt keine Rolle. Sein Verhalten insbesondere in den Derbys ist eines Profisportlers nicht würdig. Man möge sich all die letzten Spiele gegen Besiktas (vor allem Besiktas!) und Fenerbahce in Erinnerung rufen, die Provokationen des Brasilianers haben dabei die guten Leistungen leider in den Schatten gestellt. Gegen den Erzrivalen am Sonntag war dies nicht anders: Die Aktion gegen Emre war unsportlich und ist in keiner Weise zu entschuldigen. Das berüchtigte Handzeichen, welches Melo Raul Meireles abgeschaut zu haben scheint, hat dem Ganzen den Deckel draufgesetzt.

In die gleiche Kategorie stufe ich den Fenerbahce-Kapitän ein. Emre „glänzt“ nicht erst seit seiner Rückkehr aus Madrid mit ständigem Lamentieren, harten Fouls und einer überaus aggressiven Ausstrahlung. Wie es Yildirim Demirören bereits sagte, das Verhalten Emres ist eines ehemaligen Kapitäns der türkischen Nationalmannschaft nicht würdig. Sich allen Ernstes hinzustellen und zu behaupten, Emre hole ärztliche Hilfe ein, lenkt das Ganze fast schon in sarkastische Bahnen. Auch für ihn gilt: Der türkische Fußball hat für solche Spieler wie ihn und Melo nichts übrig. Emre gehört zweifellos zu besten türkischen Fußballern, sein Charakter auf dem Spielfeld gleicht jedoch dem eines…, ja da können einem manchmal echt die Worte fehlen.

Ein weiteres Streitthema diese Woche war das Urteil des Verbandes bezüglich des Trabzonspor-Fenerbahce-Spiels, welches mit 0:3 für Fenerbahce gewertet wurde. Meiner Meinung nach hat der Verband ausnahmsweise ohne Kompromisse gehandelt. Es ist für mich absolut unverständlich, wie man tatsächlich eine Wiederholung des Spiels fordern konnte und immer noch kann. Alle Beteiligten waren nach dem Abbruch des Spiels regelrecht geschockt, die TV-Bilder zeigten auch warum: Unter anderem wurde ein Ziegelstein, ein Metall-Türknauf und ein Hackebeil Messer auf das Spielfeld geworfen. Während man nach den Vorkommnissen noch „jede Strafe“ hinnehmen wollte, war nach zwei Wochen nichts mehr davon zu hören. Eine Wiederholung des Spiels zu fordern, grenzt schon fast an eine Unverschämtheit. Muss ein Spiel erst abgebrochen werden, wenn ein Spieler von einem Messer oder Ziegelstein auch getroffen wird oder die Zuschauer das Spielfeld stürmen?

Wochen danach ist es recht einfach, auf eine Spiel-Wiederholung zu pochen. Man stelle sich jedoch genau den Abend vor, an dem alles geschah. Hautnah und Minute für Minute. Wer dann noch eine Fortsetzung des Spiels fordert, sollte sich schleunigst vom Sport abwenden. Der TFF hat hier zu 100 Prozent richtig gehandelt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie auch bei anderen Entscheidungen wie z.B. dem Manipulationsskandal so konsequent gewesen wären.

Zu guter Letzt noch das Thema „Ausländerbeschränkung“. Leider war diese Idee ein totaler Griff ins Klo, hier muss man neben dem Verband aber auch die Vereine kritisieren, die dieser Entscheidung damals zugestimmt hatten. Ich glaube nach wie vor nicht daran, dass uns irgendeine Beschränkung voranbringt. Solange es in der Infrastruktur, in der Fankultur und den Vereinsführungen nicht stimmt, ist solch eine Beschränkung lediglich eine Alibi-Maßnahme, sogar ein Riesenrückschritt für den türkischen Fußball. Wir werden schon in Kürze die negativen Auswirkungen auf europäischer Ebene erleben. In der Champions League mit zehn Ausländern antreten, von denen dann vier überhaupt keine Spielpraxis haben – ist das der Sinn der Sache? Ich hoffe inständig, dass die Regelung gelockert bzw. ganz aufgehoben wird, im Sinne des türkischen Fußballs und der türkischen Vereine, so kontrovers es auch klingen mag.

In diesem Sinne, sportliche Grüße aus Stuttgart!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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