Anschläge von Boston: Russischer Geheimdienst hielt Informationen zurück

Vor ziemlich genau einem Jahr forderten die Bombenanschläge beim Boston-Marathon drei Tote und 264 Verletzte. Jetzt stellt sich heraus: Die russische Regierung hat offenbar zwei Jahre vor dem Attentat Informationen über einen der Verdächtigen zurückgehalten und nicht an die USA weitergegeben. Hätten die Russen anders gehandelt, hätte das wahrscheinlich zu einer weitergehenden Kontrolle des jungen Mannes geführt.

Fast exakt zum Jahrestag der Bombenanschläge auf den Boston Marathon am 15. April 2013 tauchen neue Erkenntnisse auf, die befürchten lassen, dass die grausame Tat vielleicht sogar hätte verhindert werden können. Dazu hätten die Russen im Vorfeld allerdings wichtige Informationen über einen der Verdächtigen an die US-Behörden weitergeben müssen.

In einem Bericht des Generalinspekteurs, der sich damit beschäftigt, wie die amerikanischen Geheimdienst- und Strafverfolgungsbehörden die tödlichen Bombenanschläge im vergangenen April hätten verhindern können, wird dokumentiert, dass die russischen Behörden dem FBI im Jahr 2011 mitteilten, dass Tamerlan Tsarnaev ein Anhänger des radikalen Islams gewesen sei. Doch nach einer ersten Untersuchung durch FBI-Agenten in Boston, hätten die Russen trotz mehrmaliger Nachfrage die Herausgabe weiterer Informationen über Tamerlan verweigert. Das berichtet Fox News.

Tamerlan Tsarnaev starb am 18. April bei einer Verfolgungsjagd durch Kugeln der Polizei. Sein Bruder Dzhokhar Tsarnaev konnte bei einer großangelegten Fahndungsaktion in Watertown tags darauf festgenommen werden (mehr hier).

In dem jüngsten Bericht wird nun dargelegt, dass die Russen wohl unter anderem Informationen über ein mitgeschnittenes Telefonat zwischen Tsarnaev und seiner Mutter  weitergaben, in dem die beiden über den islamischen Jihad diskutierten. Allerdings geschah das erst nach den Anschlägen. „Sie fanden heraus, dass die Russen nicht alle Informationen bereitstellen, die sie damals über ihn hatten. Aufgrund dessen, was verfügbar war, hat das FBI alles getan, was es konnte“, zitiert das Blatt einen hochrangigen US-Beamten.

Wie US-Medien bereits am Mittwoch berichteten, soll Tamerlan Tsarnaev Monate vor den Anschlägen versucht haben, seinen Namen in Muaz zu ändern. Damit habe er den tschetschenischen Rebellen-Kämpfer Emir Muaz ehren wollen, der 2009 durch die russischen Streitkräfte getötet worden war. Als er auf Nachfrage seinen Wunsch erklären sollte, habe er angeblich gesagt: „Die Russen haben mein Heimatland über Jahre terrorisiert.“ Während seines sechsmonatigen Aufenthalts bei Rebellen im Jahr 2012 soll er von den Personen dort schon mit Muaz angesprochen worden sein.

Die US-Amerikaner kritisieren in ihrer Nachbereitung, dass nichts über die Angreifer, Mitverschwörer oder das Potenzial für zukünftige Angriffe bekannt gewesen sei. Der kommende Boston-Marathon ist für den 21. April geplant.

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