Wegen Gewaltübergriffen: Erdoğan-Regierung baut Gefängnisse für homosexuelle Inhaftierte

Die türkische Regierung reagiert auf homophobe Übergriffe in Gefängnissen. Sie möchte gesonderte Gefängnisse für homosexuelle Inhaftierte bauen, um die körperliche Unversehrtheit der Betroffenen zu garantieren. Die Opposition unterstützt den Vorstoß.

Die türkische Regierung überrascht die Öffentlichkeit mit einem ungewöhnlichen Vorstoß. Die Gefängnisse in der Türkei sollen nach der sexuellen Orientierung eingeteilt werden. Homosexuelle Inhaftierte seien Übergriffen von Mitgefangenen ausgesetzt. Die Situation für viele der Betroffenen sei schlecht. Deshalb sei es an der Zeit, Gefahren für Leib und Leben von LGBT-Mitgliedern umfassend zu schützen.

Damit reagiert die Regierung offenbar auf den Vorwurf seitens türkischer LGBT-Gruppen, die AKP würde nichts gegen homophobe Übergriffe tun.

In diesem Zusammenhang hatten sich Regierungsvertreter im Vorfeld mit Vertretern der LGBT-Community ausgetauscht. Justizminister Bekir Bozdağ sagte der Hürriyet, dass zunächst ein Pilot-Projekt angesetzt werde. Die AKP-Regierung wird in diesem Vorhaben von der Opposition unterstützt. „Es ist zunächst auch wichtig, dass die aktuelle Situation der LGBT-Angehörigen verbessert wird. Anschließend kann ein detaillierter Plan ausgearbeitet werden“, zitiert die Hürriyet den CHP-Politiker Veli Ağbaba.

Aktuell befinden sich 81 LGBT-Mitglieder in türkischen Gefängnissen. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Der Soziologe Mustafa Eren sagte der Zeitung Milliyet, dass die LGBT-Mitglieder aufgrund des Vorhabens aus ihrem sozialen Umfeld in den Gefängnissen herausgerissen werden.

Separate Gefängnisse für LGBT-Mitglieder seien keine Lösung für das Gewaltproblem in den Gefängnissen.

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