PKK-Chef Abdullah Öcalan für Friedensnobelpreis nominiert?

Der inhaftierte Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, soll für den Friedensnobelpreis nominiert worden sein. Vorgeschlagen wurde Öcalan von einem parlamentarischen Mitglied der Gorran Partei der kurdischen Regionalregierung. Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher nicht.

Der Kurdenführer Abdullah Öcalan ist nach Ansicht des Gorran Partei-Mitgliedes Heval Kwêstanî prädestiniert für den Friedensnobelpreis. Eine entsprechende Eingabe für eine der bedeutendsten Auszeichnung der Welt soll jetzt akzeptiert und Öcalan für die Vergabe 2014 nominiert worden sein.

Ausschlaggebend für Kwêstanî seien Öcalans Bemühungen um den Friedensprozess, der zum Ziel hat, die Terrorgruppe zu entwaffnen und den jahrzehntelangen Konflikt im türkischen Südosten zu beenden. Zudem verwies Kwêstanî auf die Wahl des Time Magazine im Jahr 2013, das den PKK-Chef in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt aufgenommen habe. Das berichtet die türkische Nachrichtenagentur Cihan.

Bestätigt wurde die Nominierung durch das Nobel-Komitee bisher jedoch noch nicht. Bekannt ist hingegen: Insgesamt wurden 278 Vorschläge eingereicht. Das sind so viele wie noch nie. In 47 Fällen handelt es sich um Organisationen. Bereits 2013 gab es 259 Vorschläge.

Eingereicht wurde dem norwegischen Nobel-Komitee der Vorschlag bereits am 18. Juli 2013, so bianet. Kwêstanî zufolge sei seine Eingabe nun vor einigen Tagen akzeptiert worden. Öcalans Rolle verglich er mit der Nelson Mandelas in Südafrika: „Wie Nelson Mandela spielt Abdullah Öcalan eine Rolle beim demokratischen und friedlichen kurdischen Friedensprozess.“ Nach Ansicht von Kwêstanî hätte die Vergabe des Friedensnobelpreises an Öcalan einen herausragenden Einfluss auf die Entwicklung des Friedens und der Demokratie in der Region.

Die laufenden Gespräche zwischen Öcalan und der türkischen Regierung sind die Fortsetzung der Verhandlungen, die bereits im Jahr 2010 in Oslo begannen. Allerdings wurden diese 2011 nach einem tödlichen Angriff der PKK unterbrochen. Der Prozess wurde erneut aufgenommen, als Öcalan bei einem kollektiven Hungerstreik der kurdischen Häftlinge im November 2012 intervenierte und die Demonstranten dazu aufforderte, die Aktion sofort zu stoppen (mehr hier).

Öcalan sagt, dass die PKK keine von der Türkei unabhängige Heimat wolle, aber gerne mehr Freiheiten für die Kurden und eine gewisse Autonomie für die kurdischen Südosten des Landes wolle.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation betrachtet. Öcalan ist seit dem 15. Februar 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftiert.

Der Nobelpreis wurde bisher 94-mal von 1901 bis 2013 gegeben. Bisher haben ihn 126 Personen und Organisationen erhalten. 28 der Preise wurden zwischen den Kandidaten geteilt. Im vergangenen Jahr ging er an die stillen Inspektoren der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Am Rande des Bürgerkriegs: Erdoğan und Öcalan sollen „beseitigt“ werden
Türkischer Justizminister: Freilassung von PKK-Führer kommt nicht infrage
Waffenstillstand: USA und EU begrüßen Aufruf von PKK-Führer Öcalan

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.