Privatisierungswelle in der Türkei: Jetzt sind die staatlichen Kohlereviere dran

Die Türkei hat vor, die meisten ihrer Kohlefelder zu veräußern. Entsprechende Privatisierungspläne gab jetzt der türkische Minister für Energie und Natürliche Ressourcen, Taner Yildiz, bekannt.

Die meisten der insgesamt 16 türkischen Kohlereviere sollen nach dem Willen der türkischen Regierung in private Hände übergehen. Einen Zeitrahmen für das Unterfangen nannte Minister Taner Yildiz aber nicht.

Die aus der Privatisierung erzielten Einnahmen sollen Yildiz zufolge zum Wirtschaftswachstum beitragen und für die Entwicklung von wirtschaftlichen Bereichen ausgegeben werden. Das berichtet das Nachrichtenportal Trend. Nach Angaben des Ministers sei die Idee, die Kohlefelder zu privatisieren nicht neu. Weitere Einzelheiten nannte der Politiker jedoch nicht.

Die Türkei konnte seine Einnahmen aus Privatisierungen im Jahr 2013 um satte 25,3 Prozent auf 60 Milliarden Türkische Lira steigern. Doch schon 2012 setzte man 47,9 Milliarden Lira aus solcherlei Geschäften um. Allein im vergangenen Jahr wurden gut 18 Unternehmen zur Disposition gestellt. Gut 38 staatliche Einrichtungen wurden privatisiert. Über 100 Investoren aus 20 Ländern wurden 2013 bei der Privatisierung von Einrichtungen und Unternehmen in der Türkei beteiligt.

Die türkische Privatisierungswelle nahm bereits 1985 ihren Anfang. Doch die meisten Transaktionen fanden erst unter der AKP-Ära in den vergangenen zehn Jahren statt. Innerhalb der vergangenen Dekade, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, seien staatliche Unternehmen für mehr als 54 Milliarden US-Dollar privatisiert worden. Verkauft wurden hauptsächlich staatliche Wirtschaftsunternehmen aus den Bereichen Industrie und Kommunikation (mehr hier). Mittlerweile konzentriere man sich auf staatliche Kraftwerke und Vertriebsgesellschaften. Auch öffentliche Gebäude und Ländereien, die ihre forstwirtschaftliche Qualität verloren hätten, stünden zur Veräußerung bereit (mehr hier).

Für die kommenden zwei Jahre gibt es bereits konkrete Pläne. So sollen die Zuckerproduktion, zwei Brücken und eine Reihe von Hauptstraßen samt einiger Skiresorts in private Hände gehen. Seit Beginn der Reprivatisierung in der Türkei, wurden insgesamt 270 öffentliche Einrichtungen, acht Hauptstraßen, zwei Brücken und sechs Häfen privatisiert. Nicht alle Transaktionen verliefen jedoch glücklich (mehr hier).

Nach Angaben des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan übertreffe die Türkei in Sachen Privatisierung nahezu alle EU-Mitgliedsstaaten und diene der Entwicklung des Privatsektors. Es wird erwartet, dass aus der Privatisierung von 13 staatlichen Einrichtungen, die derzeit noch gebilligt werden müssen, 887,45 Millionen Dollar in die türkischen Kassen fließen werden.

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