Gerüchte um Öcalan-Nominierung: Nobelstiftung bestreitet Berichte um PKK-Chef

Die Nobelstiftung hat den Spekulationen um eine Nominierung des PKK-Chefs Abdullah Öcalan für den Friedensnobelpreis vorerst ein Ende bereitet. Entsprechende Berichte, das eine Nominierung des Kurdenführers für 2014 akzeptiert worden sei, wurden dementiert. Dass eine solche Möglichkeit besteht, wurde allerdings nicht ausgeschlossen.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Montag das Gerücht, der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan sei für den Friedensnobelpreis 2014 nominiert worden. Obschon eine offizielle Bestätigung aus Stockholm fehlte, meldeten nicht wenige türkische Zeitungen die Nominierung als Tatsache. Sie waren vorschnell, wie sich nun herausstellt.

Die Nobelstiftung stellte jetzt klar, dass sie keinerlei Informationen über die Kandidaten herausgebe. Gleiches gelte für die Personen und Institutionen, die die formalen Vorschläge einreichten. „Die Informationen auf der Liste der Nominierten können erst nach 50 Jahren offengelegt werden. Nur die Namen der Preisträger werden der Öffentlichkeit bekannt gegeben“, zitiert die Nachrichtenagentur Doğan einen Vertreter des Nobel-Komitees.

Zuvor berichteten zahlreiche Medien, dass der irakische Politiker Heval Kwêstanî, Mitglied der Kurdischen Regionalparlaments für die Goran-Bewegung, gesagt habe, dass seine Nominierung Öcalans durch das Nobel-Komitee akzeptiert worden sei (mehr hier). Auch eine solche Information, so die Nobel-Stiftung, könne nicht herausgegeben werden: „Wenn einige Leute berichtet, dass Abdullah Öcalans Nominierung angenommen wurde, so ist dies unbegründet, denn es ist für diese Personen nicht möglich, an eine solche Information zu gelangen.“ Gleichzeitig wies die Stiftung aber darauf hin: Obwohl Nominierte für einige Preise, darunter für Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft, aus beruflichen und akademischen Organisationen stammten, würden für den Friedenspreis auch Nominierungen von „qualifizierten Nominatoren“ akzeptiert, die nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Mitglieder von Parlamenten und Regierungen sein könnten.

Dass Öcalan sogar sehr gute Chancen hätte, ist für Kwêstanî klar. Öcalans Rolle verglich er mit der Nelson Mandelas in Südafrika: „Wie Nelson Mandela spielt Abdullah Öcalan eine Rolle beim demokratischen und friedlichen kurdischen Friedensprozess.“ Zudem verwies Kwêstanî auf die Wahl des Time Magazine im Jahr 2013, das den PKK-Chef in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt aufgenommen habe. Nach Ansicht von Kwêstanî hätte die Vergabe des Friedensnobelpreises an Öcalan einen herausragenden Einfluss auf die Entwicklung des Friedens und der Demokratie in der Region.

Bekannt gab Geir Lundestad, Direktor des norwegischen Nobel-Instituts, jedoch bereits am 4. März, dass 278 Kandidaten, darunter 47 Organisationen, für den Preis 2014 nominiert worden seien. Ein neuer Rekord. Bis Ende April wolle der Ausschuss diese Liste nun auf ein Dutzend reduzieren.

Gerüchte gibt es übrigens nicht nur um Abdullah Öcalan. Der russische Präsident Wladimir Putin, Papst Franziskus, Whistleblower Edward Snowden und die pakistanische Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai sollen sich ebenfalls unter den diesjährigen möglichen Nominierten befinden.

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