Krim-Krise: Google Maps beugt sich Druck aus Russland

Auch Google scheint sich mitten im Russland-Ukraine- Konflikt zu befinden. Auf Google Maps hat der Internetriese die Krim nun offiziell zu einem Teil der Russischen Föderation gemacht. Zu sehen ist das aber nur für die russischen User.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Google versucht, konkurrierende Interessen mit ihren Karten zu befriedigen und umstrittene Gebiete je nach Region unterschiedlich darstellt. NPR zufolge würden derzeit sogar 30 verschiedene Versionen der Weltkarte existieren. Google ist offenbar bestrebt, sich bei territorialen Konflikten möglichst neutral zu verhalten und beugt sich den Gesetzen und Wünschen der jeweiligen Staaten. Ähnlich wie beim jetzigen Konflikt um die Krim verhielt sich das Unternehmen bereits 2009 beim China-Indien-Grenzstreit. Arunachal Pradesh ist ein indischer Bundesstaat, wird aber von China beansprucht. Das Tech-Unternehmen entschied sich damals, jedes Land als Eigentümer der Fläche innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen anzuzeigen. Auch während der Krise Russlands mit Georgien im Jahr 2008 entfernte die Firma Georgien von seinem Kartendienst, um neutral zu bleiben.

In einer Erklärung an ThinkProgress sagt Google hierzu:

„Google Maps ist bemüht, umstrittene Regionen und Merkmale objektiv darzustellen. Unsere Karten spiegeln, wo anwendbar, Grenzstreitigkeiten wider. Dort, wo wir lokale Versionen einsetzen, folgen wir den lokalen Regelungen zur Benennung und Grenzen.“

Auch die beliebte russischen Suchmaschine Yandex verfährt nach Google-Manier. Den russischen Nutzer wird die Krim als Teil von Russland anzeigt, während sie für Ukrainer weiter ein Teil der Ukraine ist, so der Independent.

Während sich das Unternehmen aus internationalen Gebietsstreitigkeiten heraushält, verfährt es bei politischen Debatten jedoch deutlich anders. So stellte sich Google an die Spitze einer Bewegung gegen die staatliche Zensur in China. Das Unternehmen kämpfte zu Beginn dieses Jahres außerdem um die Wiederherstellung eines Anti-Muslim-Videos auf YouTube, nachdem ein Bundesrichter die Herunternahme angeordnet hatte (mehr hier).

Auch die Zensur in der Türkei nahm man nicht ohne Weiteres hin und übte gleich in mehreren Instanzen juristischen Druck aus (mehr hier).

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