Vor dem Haftantritt: Aziz Yildirim spricht zu seiner Mannschaft

Nachdem der Antrag auf Freispruch vom türkischen Kassationshof abgelehnt worden ist, muss Fenerbahces Präsident Aziz Yildirim nun seine Haftstrafe antreten. Wie geht es jetzt bei den Gelb-Blauen weiter?

Die letzte zivil- und strafrechtliche Instanz der Türkei, der Kassationshof, hat den Antrag von Aziz Yildirim auf Freispruch abgeschmettert und die Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten bestätigt. Dies würde bedeuten, dass Yildirim sein Amt als Vereinspräsident endgültig niederlegen und jemand anderes die Geschicke des Clubs leiten müsste.

Emotionale Rede vor der versammelten Mannschaft

Aus diesem Grund hat Präsident Yildirm zusammen mit seinem Vize Ilhan Eksioglu, am Freitag die Mannschaft auf dem Can-Bartu-Trainingsgelände besucht. Vor dem versammelten Team hielt er eine emotionale Rede, sprach seinen Spielern Mut für die kommenden Aufgaben zu und setzte die Meisterschaft als oberstes Ziel voraus. „Es ist nicht wichtig ob wir (die verurteilten Präsidiumsmitglieder, Anm. d. Red.) im Gefängnis sitzen oder nicht, das sagte ich schon von Anfang an. Mein einziges Anliegen an euch ist, dass ihr zusammen mit dem neuen Präsidium auch weiterhin für den Erfolg von Fenerbahce kämpft. Das schließt aber nicht nur türkische Meisterschaften ein. Fenerbahce hat auch den Anspruch international erfolgreich zu sein. Ihr braucht euch nur darum kümmern, der Rest spielt keine Rolle“ […]

Des Weiteren fügte er hinzu: „Fenerbahce manipuliert nicht, merkt euch das. Fenerbahce hat in seiner langen Geschichte noch nie manipuliert, uns hat nie jemand Geld für derartige Aktionen geboten, das Selbige haben wir auch nie gewagt zu tun. Ich wünsche mir von euch, dass ihr alles in eurer Macht stehende tut, um am Sonntag gegen Besiktas zu gewinnen. Aber beklatscht nach dem Spiel die Fans, zeigt euren Respekt und bedankt euch bei ihnen. Das ist alles was ich euch mitgeben wollte. Ich wünsche euch viel Erfolg und möge Gott euren Weg erleuchten“.

Kapitän Emre Belözoglu sprach daraufhin im Namen der Mannschaft und bezeichnete Yildirim als ihren „Vater“ und beschrieb die uneingeschränkte Solidarität des Teams zu ihrem Präsidenten. Der 61-Jährige war sichtlich gerührt von den Worten des Kapitäns, sodass ihm die Tränen über das Gesicht liefen. Emre überreichte ihm zudem seine Meisterschaftsmedaille von der Saison 2010/11. Kurz darauf verabschiedete sich Aziz Yildirim von jedem einzelnen seiner Spieler, wünschte allen viel Glück und verließ daraufhin das Trainingsgelände.

Anwälte Yildirims sehen noch eine letzte Chance

Köksal Bayraktar, welcher zum Kreis der Anwälte von Aziz Yildirim angehört sagte gegenüber dem vereinseigenen Sender FB TV, dass man nun drei mögliche juristische Wege zur Auswahl hätte. Einer von ihnen wäre der Gang vor das Verfassungsgericht der Türkei. Das Verfassungsgericht wäre in der Lage die Entscheidung des Kassationshofes zu revidieren und das Verfahren gegen den Clubboss würde weitere sechs Monate andauern.

Wie geht es jetzt bei Fenerbahce weiter?

Bei den Fans der „Kanarien“ stellt sich nun vor allem eine Frage: Wer führt die Geschicke des Vereins in Zukunft weiter? Voraussichtlich werden vorerst die Vizepräsidenten Abdullah Kigili und Mahmut Uslu den Vorsitz im Präsidium übernehmen. Ob es mit ihnen dann auch in Zukunft weitergeht oder erneute Neuwahlen durchgeführt werden müssen, wird sich in der nächsten Zeit entscheiden. Auch hält sich weiterhin hartnäckig das Gerücht über eine Rückkehr des ehemaligen Vorstandmitglieds Ali Koc.

Dem türkischen Fußball stehen nun spannende Tage bevor! Auch im Hinblick auf die Entscheidung der Meisterschaft.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.com.

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