AKPitter statt Twitter: Erdoğan-Fans gründen eigenes soziales Netzwerk

Die Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan haben einen Mikroblogging-Dienst gegründet. Der soll eine Alternative zu Twitter darstellen. Der Dienst hat mittlerweile zahlreiche Mitglieder. Doch über die Finanzierung gibt es noch keine Informationen.

In der Türkei haben die Anhänger von Premier Erdoğan einen alternativen Mikroblogging-Dienst ins Leben gerufen. AKPitter soll zumindest für sie Twitter vollständig ersetzen.

Gründer des sozialen Netzwerks ist Tahsin Çetinkaya. Er bestreitet jegliche Verbindungen zur Regierungs-Partei. Doch aus seiner Bewunderung für Erdoğan macht er keinen Hehl. „Wir haben lediglich eine ideelle Nähe zur AKP. Wenn der Premier mir die Schließung unseres Netzwerks auferlegen würde, würde ich das auch tun“, zitiert das Nachrichtenportal Diken Çetinkaya.

AKPitter soll bisher 470.000 Mitglieder haben. Der Dienst soll über ein integriertes Online-Radio, einen Routenplaner und einen Bereich zum Download von MP3s verfügen. Um die weitgehende Vernetzung zu garantieren, wurde auch ein Android-App entwickelt. Doch unklar ist die Finanzierung der Seite, berichtet das Portal Elazığ Haberi. Denn aktuell seien noch keinerlei Werbebanner auf AKPitter.

Fauler Kompromiss zwischen Erdoğan und Twitter

Auf Drängen der türkischen Regierung hat Twitter am Sonntag die Konten @Bascalan und @Haramzadeler333 geschlossen. Über beide Konten wurden Privat- und Geheimgespräche von Regierungsmitgliedern veröffentlicht. Es seien Persönlichkeitsrechte von Erdoğan und weiteren Regierungsmitgliedern verletzt worden.

Unklar ist, ob es einen Deal zwischen Twitter und der Regierung gegeben hat. Twitter könnte Ankara wichtige Nutzerdaten übermittelt haben. Damit würde der Mikroblogging-Dienst gegen seine eigenen Richtlinien verstoßen. Doch das leugnet der Kurznachrichten-Dienst. Offenbar geht Twitter sehr freigiebig mit den Daten seiner Nutzer um.

Das türkische Verfassungsgericht urteilte Anfang April, dass eine komplette Twitter-Sperre illegal sei. Aus Protest legten sich die Richter ebenfalls einen Twitter-Account zu(mehr hier).

Mehr zum Thema:

Uninteressanter als gedacht: Fast die Hälfte der Twitter-User ist nicht aktiv
Neue Form der Twitter-Zensur: Türkei will Beiträge pixeln
Twitter-Krise in der Türkei: Unternehmen sucht das Gespräch mit der Regierung

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.