Suche nach österreichischen Mädchen: Türkischer Geheimdienst ist ihnen auf der Spur

Der türkische Geheimdienst will ein Handy-Signal geortet haben, das vermutlich zu einem der beiden österreichischen Teenager gehört, die seit Tagen in Syrien verschwunden sein sollen. Die Spur führt offenbar in den Norden des Landes. Gewissheit für die Angehörigen gibt es aber nicht.

Insgesamt vier Fotos hat Interpol inzwischen veröffentlicht. Gezeigt werden die jungen Frauen einmal offen, fröhlich und geschminkt. Auf dem zweiten Bild sind sie jeweils mit Kopftuch bzw. komplett verhüllt zu sehen. Die Motive über ihren Sinneswandel liegen im Dunkeln: „Was die beiden bosnisch-stämmigen Mädchen dazu getrieben hat, nach Syrien reisen zu wollen, ist noch immer rätselhaft. Sie kleideten sich westlich, trugen das Haar offen und hatten Partnerschaften“, berichtet Krone.at. Eine Rekrutierung über die Altun-Alem-Moschee in Wien, wo sich der radikale Salafist Ebu Tejma aufhalten soll, schließen die Eltern jedenfalls aus.

Ob sich Sabina und Samra tatsächlich Dschihadisten angeschlossen haben und das auch noch aus freien Stücken, ist ebenfalls unklar, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Die Authentizität einiger Fotos und Einträge auf Facebook werde angezweifelt. Die Familien, so das Blatt weiter, glauben jedenfalls, dass sich die Mädchen in Istanbul aufhielten. Der türkische Geheimdienst habe nun versucht, ein Handy-Signal zu orten, obschon die Geräte abgeschaltet sein sollen. Offenbar mit Erfolg. Das mögliche Signal, so heißt es, komme aus einem Gebiet in Nordsyrien. Kontrolliert werde diese Gegend von der Al-Qaida-nahen Terrororganisation Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL). Die Fachleute fürchten jedoch, dass sie die Spur schnell wieder verlieren könnten: „Wenn al-Qaida in Syrien sie hat, glauben wir nicht, dass sie sich für eine lange Zeit an gleicher Stelle halten aufhalten werden, wenn man die internationale Aufmerksamkeit auf die Mädchen konzentriert.“

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