Vermisste Kinder in der Türkei: Mehr als 14.000 in fünf Jahren verschwunden

Der Fall der beiden verschwundenen österreichischen Teenager, die sich in Syrien aufhalten sollen, bewegt derzeit auch die türkische Öffentlichkeit. Sorgen musste sich diese in den vergangenen fünf Jahren aber gleich tausendfach. Mehr als 14.000 Kinder sind allein in diesem Zeitraum in der Türkei verschwunden.

Wie das Generalkommando der türkischen Gendarmerie in seinem jüngsten Bericht darlegt, seien allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als 14.000 Kinder verschwunden. In vielen Fällen handle es sich um Entführungen. Die Täter hätten es entweder auf die Organe, deren Arbeitskraft oder ihren Einsatz als Kindersoldaten abgesehen.

Exakt handle es sich um ganze 14.412 Kinder nach denen in den letzten fünf Jahren gesucht worden sei. 13.528 von ihnen konnten wieder gefunden werden, so der Chef des Generalkommandos der türkischen Gendarmerie,  Arif Çetin, während einer Konferenz zum Thema in Ankara. Jeden Tag würden in den Gegenden, in denen auch die Gendarmerie aktiv wäre, sieben Kinder verschwinden. Sechs von ihnen könnten die Einheiten ausfindig machen, ergänzt General Servet Yörük. Doch obschon die meisten Kinder in besagtem Zeitraum wieder auftauchen, fehlt von 834 nach wie vor jede Spur. Insgesamt fahnde man derzeit nach 1.449 Kindern.

Mittlerweile hat die Gendarmerie eine eigene Einheit für diese Fälle, so die türkische Zeitung Hürriyet. Diese so genannten Special Units seien in 81 Provinzen eingesetzt. Mit Erfolg. Eigenen Angaben zufolge seien bislang 94 Prozent aller Vermisstenfälle gelöst worden. Innenminister Efkan Ala zufolge läge die landesweite Erfolgsquote sogar bei 97 Prozent.

Laut Gendarmerie gäbe es die meisten Fälle von vermissten Kindern derzeit in der türkischen Hauptstadt Ankara. Ihr nach würden İzmir und Bursa folgen.

Derzeit ist der türkische Geheimdienst in die Fahndung nach zwei österreichischen Teenagern involviert. Sabina Selimovic (15) und Samra Kesinovic (16) verschwanden am 10. April aus ihrem Zuhause in Wien. Ihre Spur führt in die türkisch-syrische Grenzregion. Mittlerweile haben die Behörden auch ein vermeintliches Handy-Signal aus dem Norden des Nachbarlandes aufgefangen (mehr hier).

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